Kruszyniany im Tartaren-Land

oder weiter entlang der weißrussischen Grenze

 

26.9.

Tja, da komme ich nicht so weit heute. Zuviel Interessantes gibt es zu sehen. Ich bin nämlich im Tartaren-Land.

Vor rund dreihundert Jahren kamen sie aus dem Osten hierher, wurden von den Fürsten verpflichtet, denn ihre Reit- und Kampfkunst waren bekannt. Sie siedelten sich an und die Nachfahren von ihnen leben jetzt hier oder haben zumindest noch ihre Sommerdatscha in diesem Randgebiet zu Weißrussland. Nach dem 2.Weltkrieg wurde die polnische Grenze ja weiter westlich verlegt und damit das Tartarenland mehr oder weniger in der Mitte durchgenschnitten, Familien getrennt, so wie wir das auch von Ossi-und Wessi Deutschland gekannt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Sommer könnte man hier in Kruszyniani eine Jurte bestaunen und so manches tartarische Reiterschauspiel. Jetzt ist alles geschlossen, abgebaut und winterfest gemacht. Nur noch das Tartaren-Hotel hat offen mit seiner exclusiven Gastronomie. Ich schau mich ein wenig um in diesem alten Haus. Die Küche, eine Gaststube ist schön hergerichtet und man könnte hier einen kulinarischen Abend verbringen. Es ist aber noch Morgen und so wandere ich ein wenig weiter zu der grünen Moschee, die ausschaut wie eine russische Kirche mit ihren Zwiebeln. Nur an den Halbmonden und der grünen Farbe erkennt man von außen, dass es eine Moschee ist.

 

 

 

 

Die Erbauer kamen aus dieser Gegend und haben sie sehr schlicht gehalten. Innen, die Teppiche, der aufgeschlagene Koran gen Mekka und die „Kanzel“ für den Iman. Nur im Sommer wird hier noch regelmäßig von den wenigen Muslimen gebetet. Oberhalb der Moschee befindet sich der alte Friedhof. Ein einfacher Stein, Feldstein mit einer verwitterten Aufschrift. Das ist alles.

 

 

 

 

Das Dorf selber ist so ein typisches Straßendorf – Häuser rechts und links. Irgendwo sitzt ein altes Mütterchen auf der Bank vor ihrem Haus. Ein alter Mann schlurft die Straße entlang. Die jungen Leute müssen arbeiten, irgendwo in der Stadt.

Ich rolle weiter an diesen schönen Datschas, auf Feldwegen, weil ich einfach neugierig bin. Nur ist es die verkehrte Richtung und endet im Nirgendwo. Ich bin im Grenzgebiet, also auch ein wenig vorsichtig und fahre nur auf ausgewiesenen Pisten-Strassen. . Die Landschaft ist jetzt eine Mischung zwischen Heide und Moor mit viel Weite und an manchen Stellen fühle ich ein Hauch von Australien. Es ist die Weite, die mich fasziniert, ein Stück endloses Land.

 

 

 

 

 

Ich schlängel mich weiter und komme vorbei an schönen russischen Kirchen, Orthodox und nicht Orthodox. Für mich sind sie spannender als unsere normalen Kirchen und gerne würde ich mal in eine reinschauen. Sie sind aber zu., zuviel Gold ist dort verbaut.

 

 

 

 

 

Am frühen Nachmittag  bin ich am See Siemianowka und finde hinten in Maruzka einen schönen Platz.
Da war wohl mal mehr Wasser drin nach den Booten zu beurteilen. Der See verlandet wohl immer mehr und ist sehr seicht, zumindest in diesem hinteren Teil. Ein bißchen kann ich noch mit Jacke draußen sitzen und mir meine weiteren Ziele ausdenken bei lautem Vogelgeschnatter. Um sieben wird es schon dunkel. Also innen Festtagsbeleuchtung und dem Tag schon mal ein ein Buchstabenkleid anziehen.

So geht Rückfahrt.

 

 

 

 

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