Hoch oben am Ende der Bucht von Kotor

oder weite blaue Adria…

27.4.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung…
ein Buchtitel aus den siebziger Jahren. Eine warme Sommersonne scheint auf meinen Rücken, vor mir die stille blaue Adria, ein weißes Fischerboot, Windstille. Nur ein paar Vögel zwitschern lustig vor sich hin.

Da stehe ich wieder hoch oben am Ende einer Halbinsel schon in Monte Negro. Mein Platz vom Oktober. Ich liebe diese Weite um mich herum. Mein Seelchen kann da weit, weit wandern oder sich in die Lüfte aufschwingen und innere Bereiche erforschen, die sonst im Lärm des Alltagsgetriebes untergehen. Träume wabern noch durch mein Brummeli und verziehen sich erst im Tageslicht durch die offenen Fenster nach draußen und verbinden sich mit der Weite des Horizonts.

 

 

 

 

 

Ein wunderbarer Morgen, der mich mal wieder mit Dankbarkeit und Freude erfüllt, das ich hier so einfach da sein kann.
Sind es diese Momente von Glück, die das Leben so lebenswert machen? Und sind diese Momente von Glück das sogenannte Salz in der Suppe? Ich glaube schon.

Stand ich gestern hoch oben im Karst von Peljesac stehe ich heute auch hoch oben bei den Resten einer Bunkeranlage auf dem letzten Zipfelchen der Bucht von Kotor. Die Fahrt hierher über Slano, den Blick in unser altes Bootsrevier mit den vielen kleinen Inselchen. Ich sehe uns treiben draußen auf dem weiten blauen Meer, um das Boot herum schwimmen. Viele, viele Jahre war dies unser zweites Zuhause.

 

 

 

 

 

Ich rolle über die Magistrale an Dubrovnik vorbei und über die „große“ Grenze bei Gruda. Nette Begrüßung der Grenzer und sehr, sehr freundliche Bedienung in Herceg Novi bei Telenor. Weit oben wird bequem geparkt. Zu Fuß die Stadt hinunter. Ein „Wiener Cafe“, nein es ist nur Werbung für eine Versicherung. Kleine Läden an diesem dicht bebauten Ufer und eine wuselige Einbahnstraße. Ich hätte sie fahren können, aber Parkplatz ist hier spärlich gesät, vor allem für Brummelis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für 5 Euro bekomme ich für 7 Tage 500 Gigabite. Sie richten es mir ein und testen ob es funktioniert. Wie aufmerksam und freundlich. Mein altes Tablet fungiert nun als Hotspot.

Es wuselt ein bißchen im kleinen Städtchen, das Leben fühlt sich wieder so normal an. War da was, könnte man fragen. Ich rolle weiter Richtung Kotor, umrunde aber diesmal nicht die Bucht, sondern nehm die Fähre. Neun Euro für 10 Minuten Fahrt auf die andere Seite und dann sind es nur noch 20 Kilometer, die letzten auf Schotterpiste. Hinter Tivat biege ich ab Richtung Roses, durchfahre ein Kieswerk und dann geht es rumpelig weiter.

 

 

 

 

 

Hier hoch oben fühle ich mich zuhause. Ein paar Fischer rollen zum Strand hinunter. Vielleicht sind es auch Bauarbeiter, denn unten auf der Westseite ensteht ein Hotel. Wie gut das ich oben geblieben bin hier in einer kleinen Nische mit Weitblick.