Ein Tag in Manley

Abschied vom Brummeli und wuseliges Sydney

 

22.3.

Ente gut – alles gut …. noch ein letzter Blick zurück, Womo steht brav vor der Haustür von RV Sydney in Penrith und in Nullakommanix ist die Überweisung erledigt. Sie haben Wort gehalten. Ich bin froh, daß ich jetzt keine Verantwortung mehr habe und wünsche dem Nachfolger viel Glück damit.

Mein Autokaufabenteuer war zwar teuer, aber es hat sich gelohnt. Ich war frei,zu fahren, wo immer ich hin wollte und unterm Strich, war es nicht teurer als wie mein erstes Neuseeland.

Und trotzdem, ich würde nie wieder ein Auto kaufen. Der Verkauf, wenn man kein buyback -Option hat ist langwierig und man müßte mindestens einen Monat vor Ort sein.

Ruby erzählt von jemanden, der es mit seinem Sale-Schild am Auto geschaftt hat. Er konnte das Auto dann sogar noch zwei Monate fahren und die Übergabe war am Flughafen. Glücksfall. Der Normalfall ist, daß man erstmal lange verhandeln und viel Zeit mitbringen muß. Und bei hochpreisigen Autos bzw. Campers ist es noch schwieriger.

Es hört sich immer alles sehr einfach an, ist es aber nicht wirklich. Abenteuer Autokauf kriegt einen Extrabeitrag.

In der Früh regnet es noch. Ich mach meine letzten Aufräumaktionen und bin pünktlich um 10 da.

Der Abschluß von meinen Abenteuern ist immer so unspektakulär. In meinem Kopfkino ist das so eine ganz feierliche Aktion:

Angekommen, das Auto wieder heile abgegeben, selber gesund geblieben, so viele tausend schöne Bilder im Kopf und gott-sei-dank auch im Blog bzw. PC, eine intensive Zeit erlebt, interessante Menschen getroffen und in das faszinierende Outback geschnuppert, den Staub der roten Erde eingeatmet und in die Nixlandschaft gelauscht.

Innerlich bin ich so still und unendlich dankbar, dies alles so erleben zu dürfen. Ich hatte wieder so gute Geisterchen um mich herum, die mich geleitet haben;  die mir ab und zu gesagt haben, jezt dreh wieder um, wenn die Piste zu abenteuerlich wurde;  die mir die Sicherheit gegeben haben, hier kannst du bleiben, hier bist du geborgen und hier kannst du den Bäumen lauschen, trau dich.

Diese guten Geisterchen haben mich vielleicht auch vor den grässlichen Spinnen bewahrt, bis auf eine Kleine, habe ich keine geseshen und sie waren an meiner Seite, wenn ich auf abenteuerlichen Felsen umeinanderr gekraxelt bin. Sie haben mich auch bei der Entscheidung unterstützt, früher zurück zu kommen. Innerlich hatte ich dem Brummeli nicht mehr wirklich getraut und eine größere Reparatur wollte ich nicht riskieren.

Wenn man über Jahre hinweg, ein Auto fährt ist dies kein Thema, aber für eine begrenzte Zeit, muß es sich dann doch lohnen. Und mein Bauchgefühl sagte, es lohnt sich nicht. Und als Ausländer ist man den Werkstätten noch mehr ausgeliefert. Und auf diesem Weg durch Australien habe ich sehr intensiv auf mein Bauchgefühl gehört, besonders wenn ich in abgelegenere Gebiete bin. Dieser, manchmal auch sehr leisen Stimme, bin ich gefolgt. Das war mein großer Wegweiser auf dieser Reise.

Es war eine intensive, spannende Zeit mit einem großen Stück Normalität. Ich habe mich nicht so sehr auf einer Reise gefühlt, sondern bin meinem Flow gefolgt und habe gelebt, so wie wir auch in Europa in den Womos leben. Das war diesmal neu und anders!

Und dann stehe ich auf diesem Parkplatz sag leise Servus zum Brummeli und lass mich ein auf Sydney-Gewusel. Ruby kommt mit nach Manley, wo ich für eine Nacht ein kleines Appartement habe. Wir müssen noch warten bis ich mein Tasche dort abliefern kann, bevor wir weiter Richtung Fish and Chips und Shelly Beach wandern.

 

 

 

 

Ruby ist ursprünglich Amerikanerin, hat aber auch in Deutschland und Italien gelebt. Sie ist ein Arbeitstier, unermüdlich ist sie mit Kunden beschäftigt, hatte früher ihre eigene Firma und managt diese jetzt eigentlich auch. Die Käufer kommen zu ihr und sie weiß mit Kunden umzugehen und sie weiß, zu verkaufen!!!

Ich kann ihr noch paar gute Tipps für ihren Urlaub im „australischen Winter“ geben. Und so sitzen wir an der Hauptstraße von Manley, futtern, erzählen und gucken den Wellen zu. Der Himmel ist zwar grau, aber es regnet nur ab und zu. Ein kleiner Gecko begrüßt uns, sie hat hier schon sehr Große gesehen und Neujahr hat sie das Feuerwerk vom Schiff aus betrachtet. In Manley zu sein, ist für sie ein bißchen Urlaub. Und sie ist auch sehr damit beschäftigt, wie sie im Alter leben will. Gleiche Themen, wie bei uns.

 

 

 

 

Ich bringe sie wieder zur Fähre und schau noch ein bißchen in Manleys Touriläden, die hübsch aneinander gereiht nebeneinander liegen. In Coles gibt es was zu trinken und ein bißchen Brotzeit für den Abend. Das Bett ist fast zu weich, der Rauchmelder pfeift, wenn der Ventilator die Luft umeinander wirbelt und es duftet nach Chlor. Stadtwohung!

Ich lese noch ein bißerl in meinen Buch, „The Lizzard-Eaters“, ein Aborigine Nomadenvolk in der Gibbson Desert und beam mich hinaus in die Weite der Wüste.

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