Die R 101 Richtung Westsahara

oder Herausforderung Nix-Landschaft

10.1.

Nixer wie nix: Steine, Kiesel, große und kleine, dunkler Kiessand, leicht wellig, ein paar verdorrte Kakteen, aber nicht die mit den großen Blättern und endlose Weite, die sich am Horizont verliert. Der dunkle Asphalt mal schnurgerade, dann wieder in Kurven um braune Hügel herum. Das beste Fotomotiv wäre Nix, bzw. Erde und Himmel. Kein Vordergrund, nichts was ein Bild interessant erscheinen läßt.
Das ist Nixlandschaft pur!!

Und ich steh mitten drin. Nur drei Kilometer vom Asphalt entfernt, der Straße nach Es Smara, der kleinen Provinzstadt in der Westsahara. Ursprünglich wollte ich ja direkt dort hin fahren, aber ein Schild zu den „Grutas“ läßt mich abbiegen. Welche Piste ist denn die Richtige? Ich entscheide mich für eine. In dreieinhalb Kilometer sollen die Grutas erreicht sein. Es sind Felsabbrüche eines Queds, eines vertrockneten Flußlaufs, der hier ein paar Höhlen geschaffen hat.

 

 

 

 

Ich könnte doch auch hier übernachten, kommt mir in den Sinn. Kein Mensch weit und breit, keine Ziegen und Kamele, keine Nomaden. Weit, weit am Horizont ein paar weiße Zelte oder Steinhäuser an der Stromtrasse. Wie schläft es sich wohl, so mitten drin in der Nixlandschaft? Ich spüre ein bißchen nach, ob ich mich sicher fühle und das tue ich. Also Brummeli aufbauen, Stühlchen in die Sonne und in einem interessanten Buch über Quantenpsychologie lesen.

 

 

 

 

Im Westen taucht die Sonne hinter dem Hügel auf die andere Seite der Welt und im Osten steht ein runder Mond am Himmel. Später wird noch ein bißchen Piste geforscht und nachgedacht: soll ich mit Ines und Uwe zusammen Piste fahren, das hieße Es Smara aufgeben. Ihr Streckenvorschlag ist aber ein anderer als meiner oder bleibe ich bei meinem Streckenplan. Meine Piste ist gut erforscht und recherchiert von der Pistenkuh, also verläßlich. Es ist auch nur die Länge der Strecke, die mich noch zögern läßt. Dann warte ich noch auf mein richtiges Bauchgefühl und rolle weiter Richtung Es Smara. Ich bin neugierig auf die Saharis und ein kleiner Campingplatz vor der Stadt klingt gemütlich. Und so verfolge ich doch meine Ursprungsidee ein bißchen in die Westsahara zu schnuppern.

 

 

 

 

Ich träume zwar wild, aber schlafe gut mitten im Kiessand und genieße die Stille. Morgens weckt mich der Wind, der ein bißchen ums Womo fegt und ich seh die Dämmerung heraufkrabbeln. Ein gelbes Band das sich immer weiter vor schiebt, bis die Sonne kommt. Der Morgendunst wandert Richtung Meer und macht bald dem blauen Himmel Platz.
Leben in der Nixlandschaft!

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