Die alten Steine von Anaktoropolis

oder zu Fuß auf Strandsuche und Wahltag in Deutschland

26.9

Was wäre Griechenland ohne alte Steine – durch Zufall gelange ich zum Eingangstor einer alten Stadt Anaktoropolis, so ahne ich auf einer verblichene Tafel. Das Tor ist verriegelt, vorrübergehend geschlossen.

Ein Kraxelpfad führt über ein paar Steine auf den Weg. Ich schleiche hoch und durch altes Gemäuer. Hier oben waren sie sicher, die Menschleins damals, hatten Überblick und Weitblick. Waren es nur die besseren Leute, die hier oben wohnen durften, während die Fischer und Bauern in den Niederungen ihrer Arbeit verrichteten? Wie frei waren die Menschleins damals?

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Karte lockte mich Vrasidas Beach, da könnte ich doch mal nachschauen. Brummeli wird aber relativ früh an die Seite gestellt und ich marschiere erstmal zu Fuß weiter, um zu sehen, wie sich die Piste entwickelt. Rauf und runter an mehreren Buchten vorbei lande ich schließlich am Ende in einer Felsbucht. Der Platz ist schief und krumm und es herrscht nach wie vor ein reges Kommen und Gehen, Motorräder, Quads und PKWs geben sich die Hand. Ich bin noch zu nah an der Stadt Kavala. Abends wird es sicherlich ruhiger.

 

 

 

 

 

 

Ich entschließe mich aber weiterzufahren und lande an einer Bucht kurz vor Masoutis. Im Dunst sehe ich den Berg Athos, den ich als Frau ja nicht betreten darf. Aber ein bißchen näher rücke ich noch vor.

Ein schönes Schwimmerli an einem Strand mit Plastikkunst, man könnte auch sagen Dreck, aber das Wasser ist klar und sauber und die Sonne verabschiedet sich hinter den Hügeln.

 

 

 

 

Ich lausche noch ein bißerl Politik, ist ja schließlich Wahltag. Aber was nutzen sie wirklich? Können wir der Demokratie, so wie sie uns seit 18 Monaten vorgeführt wird noch wirklich vertrauen? Werden wir nicht wie Fußvolk behandelt, die man wahllos nach hier oder dort verschieben kann, dem man wahllos dies oder jenes erzählt und es wird abgenickt.

Wann fangen wir endlich an, die Widersprüche nicht mehr schönzureden, sondern sie zu erkennen als das was sie sind?

Wann fangen wir an uns unsere Eigenständigkeit, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zurückzunehmen? Wann fangen wir an uns auf das wirklich Wesentliche zu beziehen und unsere Lebensverantwortung nicht an ein paar Hansels da oben abzugeben? Ist sicherlich unbequem, weil man keinen Sündenbock mehr hat, für das was man selbst tut und getan hat.

 

Die große Veränderung, der Systemwechsel hat m.E. genau damit zu tun, das der Mensch sich seine eigene Verantwortung wieder zurückholt und die sog. Regierenden Diener der Menschen sind. Wir sind keine Sklaven oder Befehlsempfänger einer herrschenden Klasse, die meint über uns bestimmen zu können. Wir sind alles Menschen, die wir unser Leben so gut wie möglich leben wollen und können.

Keiner darf den anderen beherrschen! Die Konsequenz daraus ist, das wir wieder anfangen müssen, selber zu denken, sich mit Themen auseinander zu setzen, um eine Haltung und Meinung zu finden. Kopf in den Sand, obwohl das hier am Strand möglich wäre, geht nicht, wenn ich aufrecht und selbstbestimmt durch das Leben gehen will.

Vielleicht gibt es aber auch welche, die lieber in Abhängigkeit leben möchten und ich meine das nicht zynisch, sondern ehrlich. Warum soll es auch nicht Menschen geben, die sich gerne führen lassen. Dazu bräuchten wir weise Führer, die das Wohl der Menschen im Sinn haben und nicht nur aus Eigennutz handeln. Ob es solche gibt?????

 

Und ich selber frage mich natürlich immer wieder, wo stecke ich selber den Kopf in den Sand? Wie klar kann ich sehen oder wo verstellen mir meine eigenen Urteile eine objektivere Sicht? Wichtige Fragen, die mich dann auch ins Traumland begleiten.

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