In der Wüste von Northland

IMG_6786oder über Te Werahi-Beach zu Te Paki Dunes

und Spirit Bay

 

 

27.Februar

IMG_6743„Hallo, guten Morgen, ihr Beiden“… ich bin schon früh unterwegs, denn nur ein paar Kilometer weiter von meiner Tapotupoto Bay beginnt ein kleiner Track zur Te Werrahi Beach, von der man aus, wenn man will, weiter zu Cape Diemen wandern kann. Über eine große Kuh- und Schafswiese gehts hinab in ein kleines Wäldchen und wieder hinauf und nach einer Stunde bin ich da und schau auf weißen Sand und blaue Tasman-See. In der Ferne lugt der Leuchtturm von Cape Reinga hervor. Ich zögere einen Augenblick, weiterwandern den großen Loop über die Twilight Bucht und wieder zurück, ca. 5 Stunden oder wieder zurück und zu den Dünen, der Wüstenlandschaft von Northland. Ich entscheide mich für letzteres.

 

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Wieder ein paar Kilometer weiter biege ich ab zu den Paki Dunes. Pistentaugliche Autos dürften hier durch das Paki-Strom-Bett zur „Strandautobahn“, der 90Mile-Beach fahren. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich mich das mit meinem Schnellbrumm trauen würde!
Ich stelle jedenfalls Brummeli brav auf dem Parkplatz und rüste mich für meinen Wüstensparziergang.

 

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Wenn der Sand schön fest ist, ist es herrlich …. er ist aber nicht immer schön fest und so schnaufe ich die Düne hinauf, nach dem Motto drei Schritt nach vorn und zwei zurückgerutscht …. es ist wie steiles Treppensteigen .
Die Aussicht oben ist traumhaft. Viele leihen sich ein Surfbrett und rutschen damit die Sanddüne wieder runter.
IMG_6783IMG_6784Mir hat mein kleiner schlauer Führer etwas von einem versteckten Dünenlake erzählt. Peile die höchste Düne an ….ich peile sie an, aber nicht direkt , weil es am Kamm entlang viele feste Stellen gibt und so gehts im Zick-Zack von Düne zu Düne. Und dann taucht er vor mir auf – ein blauer See mit grünen Bäumen am Ufer ….ich könnte drin schwimmen, könnte … der Weg hinunter ist ja einfach….
IMG_6774Lieber wandere ich noch ein bißchen in dieser Wüstenlandschaft herum ….Wie ist es wohl den Menschen ergangen, die tatsächlich in der Wüste waren und dann endlich nach vielen, vielen Tagen oder Wochen, das Meer gesehen haben ….
Ich sehe es die ganze Zeit. Meine Wüste ist doch sehr begrenzt und überschaubar und auch meine Fußspuren vom Hinweg finde ich wieder und lande irgendwann mal auf der hohen Düne von allen.
Die „Allen“ sind mittlerweile weitergefahren mit dem Bus zu Cape Reinga, der Bus, der die Strandautobahn nimmt ….

Mit großen Schritten gehts die große Düne wieder hinab und dann fahre ich so lange südwärts bis ich einen Parkplatz mit Internetempfang finde. Dort lade ich mein Geschreibsel von gestern hoch und fahre wieder etwas zurück zu der Abbiegung zur Spirit Bay.

Fast eine Gravelautobahn- schön breit und aufgekiest schnurre ich die knapp 20 km hinunter und lande an einem besonderen Platz.
IMG_6702Besonders deshalb weil Spirit Bay, die Bucht war in der ein alter Maori sich auf den Weg nach Hawaiki gemacht hat, um seine Tochter wieder zu sehen. Und sollte er nicht wieder zurückkommen, sollten seine Leute ausschwärmen um seinen „Spirit“ wieder einzufangen.
Wie diese Geschichte ausging, weiß ich nicht, aber der hohe Berg birgt viele kleine Caves, in denen früher bedeutungsvolle Maoris aufgebahrt wurden, ein heiliger Platz für sie.

Es sind nur wenige Menschleins hier und so habe ich viel Platz um mich herum! Ein bißchen wandere ich noch am Strand entlang, bevor es dunkel wird und mein üblicher Schreibabend beginnt. Dazu plane ich noch etwas meine letzte Woche hier. Zumindest habe ich schon einmal den letzten Übernachtungsplatz gefunden. Hoffentlich ist er so schön wie beschrieben – nocheinmal schwarzer Sand und wilde Westküste.
Davor gibts aber noch viele interessante Sachen zu sehen!

 

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GPS: S 34° 34′ 12“ E 172° 53′ 56“