Rio Ebro und seine goldschimmernden Ufer

oder von Flußbiegung zu Flußbiegung

16.11.

 

Einfach nur schön!!! Was für ein Morgen. Klare kühle Luft und eine Sonne, die hinter den orangeroten Tamarisken am Ufer des Rio Ebro aufgeht. Es ist still, der Wind hat sich in die Berge verzupft und die Wolken gleich mitgenommen.

Leise plätschert das Wasser ans Ufer und Brummeli quietscht vergnügt am Rande der Büsche und Bäumchen. Will bleiben, raunt er mir zu. Ich auch, raune ich zurück. Es ist ein besonderer Platz, weit ab von irgendwas. Hier kann Seelchen in seine Tiefen und Höhen abtauchen, genau so, wie ich das liebe. Das sind die Momente des Glücks, des Daseins im Augenblick. Mehr brauche ich nicht.

 

 

 

 

 

Aber zurück zu gestern: Der Morgennebel über dem Wasser und Sonne über den Bergen, es ist noch kalt. Da warte ich doch mal bis sie ganz nach oben gekrabbelt ist, denke ich mir. Sie versucht ihr Bestes, aber der Nebel gewinnt, breitet sich aus und eine Wolkendecke taucht die Welt in Einheitsgrau. Zeit, weiter zu ziehen, Richtung Süden, Richtung Wärme. Ein kurzer Blick auf die alten Steine einer Kirche, die hoch oben an der Flußbiegung thront.

 

 

 

 

 

Dann schnurre ich weiter über Carrefour. Brummeli und ich bekommen Futter und weiter geht es durch eine teils felsige und lehmige Landschaft. Die gelben Blätter leuchten trotz grauer Wolkendecke. Doch vor mir immer der blaue Himmelsstreif. Da will ich doch hin. Die Wolkendecke fährt mit.

 

 

 

 

 

Hinter Lleida, erst kurz vor dem Ebro, setzt sich das Blau durch und ich lande in einer sonnenbeschienenen Traumlandschaft. Ein Stück Marokko, ein Stück Bardenas Reales, ein Stück Australien so kommt es mir vor. Ein schmales Sträßchen schlängelt sich zwischen Steinen und Gräsern immer weiter auf dieses Halbinselchen Richtung Torre de Tulan. Kurz vorher biegt eine Piste links ab zu meinem Traumplatz.

 

 

 

 

 

Die untergehende Sonne taucht Gras, Steine und Wurzeln in ein mystisches orangerot. Ein Fischerboot tuckert den Fluß entlang Es könnte schöner nicht sein.  Noch ein bißchen um die Ecke schauen, die Sonne in die Nacht verabschieden, ein kleiner Ratsch am Telefon, bevor ich selbst meine Reise ins Traumland antrete.

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