Noch ein Tag am Rio Ebro,- seiner goldgelben Küste

oder hoch oben am Torre Turlan in die Weiten der Weltensicht

17.11.

„This is a very cold morning“ – ich höre in meinem Kopf noch dieses indische Englisch von Bhagwan. Wir saßen alle in rote Baumwolldecken gehüllt auf unseren Kissen in Buddha-Hall und lauschten seinen Worten, mit denen er uns in die Tiefen der Weisheit führte: „This is the Cold – that is the Cold – from Coldness comes Coldness only Coldness remains: (Dies ist Kälte, Jenes ist Kälte – von Kälte kommt Kälte nur Kälte bleibt) Wir lachten herzlich und verstanden die Anlehnung an das Herzsutra, das er dann auf indisch rezitierte. Form ist Leere und Leere ist Form….. nur die Leerheit bleibt.

 

 

 


Und ich sitze in meinem Brummeli die Decke um die Schultern. Die Sonne taucht die Welt schon wieder in dieses warme Gelbrot. Der Fluß liegt still blauglänzend vor mir. Es ist wirklich ein kühler Morgen. Still und erhaben erwartet er den Tag, läßt die Sonne Muster auf seine Seele malen bis der Abend kommt und sie wieder in die Stille der Nacht entführt. Und ich mal wieder mittendrin. What a life – was für ein Leben.

 

 

 

 

Die Schönheit dieser Momente berühren mich tief. Am liebsten würde ich sie festhalten, doch genau dann entziehen sich sich, wandern weiter und werden vielleicht zu Regentropfen und Einheitsgrau. Jetzt ist es sooooo schön!!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und gestern – da wandere ich durch diese herrliche Flußlandschaft hinauf zum Torre Turlan. Einfach der Nase nach, irgendwo gibt es vielleicht einen Weg. Es gibt viele Pfade, die sich im Dickkicht verlieren, Pfade die über Steine hinaufkraxeln und der große Fahrweg. Pfade am Ufer entlang und durch Olivenhaine. Irgendwann bin ich oben und blicke auf die weite Ebrowelt. Es ist einfach nur unendlich schön hier. Mein Seelchen breitet sich ganz weit aus, kriegt fast Flügel und meine Beinchen tapsen den Pfad wieder hinunter über Steine und Stöckchen, vorbei an Wurzeln und Ebroufern. Das Wasser plätschert leise lustig vor sich hin.

 

 

 

 

 

Unten wird Stühlchen in die Sonne gestellt bis sie hinter dem Hügel verschwindet. Ein wunderbarer Tag, ein besonderer Tag. Ich lausche noch ein bißchen in die Astrowelt.

Fast als ob ich Antworten bekomme auf Fragen, die ich noch nicht gestellt habe oder: es ist als ob ich hingeführt werde auf die Frage, um die es wirklich geht. Und diese Frage ist für jeden anders, die eigene zutiefst innere Lebensfrage, die gefunden werden will. Und vielleicht in Anlehnung an das Herzsutra sind Fragen und Antworten kein Gegensatz, sondern in der Tiefe Eins. Spannend!

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