Paddeln am Orique See

oder Sonne, Wasser und weite, weite Alentejo-Landschaft

11.-12.1.

Und dann geht es doch los. Gegen Mittag löst sich der Nebel und die Sonne lugt hervor und Wasserplatsch rumpelt gegen die Womobauchtür.
Also raus mit dir und raus mit mir und ab aufs Wasser. Oh; ist das schön!

 

 

 

 

 

Ich habe zwar noch meinen Fleecepulli an, doch die Sonne wird wärmer, der See blauer und die Landschaft weiter. Die nebelnassen Wiesen schauen aus wie Rauhreif und Schafe hoch oben am Hügel gucken, wer da wohl kommt. Gleichmäßig platscht es über das leicht kräuselige Wasser.

Wo geht es da wohl weiter?, frage ich mich. Aus der Ferne kann ich kaum die kleinen Einfahrten, die Kurven und überraschenden Wendungen sehen. Näher dran öffnet sich der Horizont und gibt den Weg zwischen den Hügeln frei.

 

 

 

 

 

Spannend diesem Weg zu folgen, der so lange unsichtbar bleibt. Immer wieder denke ich, hier hört es auf, hier ist die Welt zuende und dann – Überraschung ein kleine Biegung in der Horizontlinie,- der Hügel rückt zur Seite und gibt den Blick frei. Das Wasser schlängelt sich vorbei an alten Steinen und Mauerresten, zwischen Felsen und weiten Wiesen. Ein Augenschmaus!

 

 

 

 

Am nächsten Morgen geht es früh los. Die Sonne ist gerade aufgegangen und Wasserplatsch steht schon bereit, um auf dem glasklarem Wasser seine Runden zu ziehen, Bis ganz nach hinten, bis da wo das Wasser sich mit der Erde vereint und ein braunlehmig-schlammiges Gemisch wird. Die Welt ist noch ganz ruhig. Erst am Rückweg kräuselt der Wind die Oberfläche und zeichnet Muster. Die Sonne wärmt und der Fleecepulli hat sich ins Boot verkrümmelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei wunderbare Paddeltage!
Am frühen Nachmittag rolle ich die paar Kilometer weiter zu Minas do Juliana, dem See der irgendwas mit Roxo heißt. Die Bauern, die ihre Felder vorbereiten grüßen freundlich, als ich auf der Piste an ihnen vorbei rumpele. Mein alter Platz vom Frühjahr ist weit weit weg vom Wasser.

 

 

 

 

 

So stehe ich unten, da wo ich im Frühjahr geschwommen bin. Das Wasser ist immer noch weit weg. Vor mir die alte Ruine, Weite um mich herum. Vögel singen ihr Lied und die Bäume am Horizont schauen aus wie die Wächter der Zeit.

 

Sie beobachten das Kommen und Gehen und senken fast unsichtbar einen Zweig. Willkommen zurück, wispern sie leise. Wir haben den Blick freigegeben – wir zeigen dir ein bißchen von der versunkenen Welt, die sonst unter dem Wasser liegt.

Schönes Mina de Juliana.

 

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