Im tiefen Alentejo bei Orique

oder Barragem do Monte da Rocha

10.1.

Guten Morgen du Nebel, du milchiges Weiß da Draußen. Nur ganz langsam gibst du den Blick frei auf das kleine grüne Inselchen und auf den See, der sich vor mir entlang schlängelt und doch bepaddelt sein will.

Hatte mir nicht Wetterfrosch von schönem blauen Himmel und einer warmen Sonne erzählt. Er verschiebt es wieder auf den späten Vormittag. Warten oder zurück ans Meer, überlege ich. Vielleicht lohnt sich warten, denn deshalb bin ich ja hier. Wasserplatsch strampelt im Womobauch und kräht, ich bin jetzt mal wieder dran, nicht nur deine festen Schuhe, hörst du! Mal gucken.

 

 

 

 

Doch zürück zu den Tagen davor. Eine schöne Wanderung an meinem Retreatplatz, ein bißerl windig aber in schöner warmer Sonne eben in meinen schönen festen Schuhen.

Vorbei am alten Haus und dann den Schlängelweg hinunter zum Plateau wo ich schon öfters war. Schon immer wollte ich hier mal den Pfad erforschen. Er ist ganz einfach, steil den Sand hinunter rutschen, ein kleines Tal queren und auf steinigem Weg wieder hinauf. Gut, dass ich in diese Richtung gegangen bin, denn steilen Sand hinauf zu kraxeln ist wie zwei Schritte vor und drei zurück. So ungefähr jedenfalls.

 

 

 

 

 

Und so stehe ich wieder an meinem Plateau, suche mir einen windgeschützten Teetrinkplatz und schau den wilden Wellen zu, die da anrauschen. Ich laß die Welt Welt sein und freu mich einfach am Hiersein. Im Moment braucht es grad nix mehr.

 

 

 

 

 

In mir formiert sich die Idee jetzt doch noch zu meinen drei Seen zu fahren, da wo ich im Frühjahr so viel war. Die alten Plätze wollen begrüßt sein.

Gedacht, getan, eingekauft, Gas getankt und dann hinauf ins Alentejo Richtung Orique. Die Wolken werden mehr und noch mehr. Uuups was mache ich denn da.

 

Am See baue ich mich erstmal an einem neuen Platz auf, weil ich denke er liegt geschützter. Doch der Internetempfang ist nicht gut und so kehre ich reumütig zurück zu meinem allersten Platz mit Blick aufs Wasser und die Nebelschwaden.
Für den Hauch eines Momentes lugt die Sonne hervor, noch ein bißchen Geduld und dann ist Paddelwetter.

 

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