Nomadenstraße und Affenzirkus

oder mit kleinen Umwegen Richtung Meknes auf der N 13

 

1.2.

Hoch über dem See, da wo die Straße im Wasser versinkt throne ich auf roter Erde mit ein paar Grasbüscheln, umgeben von hochaufragenden Bergen. Mal wieder ein wunderbarer Platz draußen, da wo nur noch Fischleins springen, Frösche quaken und am Morgen die Vögel sich piepsend begrüßen. Die Sonne scheint schon auf die Berggipfel und kommt gleich zu mir her. Wieder mal ein so tolles Plätzchen und ein schöner Morgen. Es ist warm geworden, ich kann die Fenster nachts auflassen und brauche auch jetzt keine Fleecedecke mehr.

 

 

 

 

 

Von meinem Steinbruch rolle ich zügig die N 13 entlang, hoch über die Berge. Irgendwo gibt es ein neues Strässchen Richtung Bekrit. Ich will ja nur mal gucken, wie die Landschaft dort ausschaut. Ein Nomadensträßchen. Viele Zelte und kleinste Behausungen liegen am Berg, die Hirten sind mit ihren Schafen unterwegs. Die Esel tragen die Lasten und auch die Menschleins auf ihrem Weg von hier nach da.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unten im tief eingeschnitten Tal höre ich das Flußrauschen. Es ist karges Grasland, gut für die vielen Schafherden. Ein wirkliches Nomadensträßchen, denn es gibt so viele Schafherden hier. Am Ende kurz vor der N 13 eine große Baumplantage. Hier werden Setzlinge gezogen und Bäumchen kultiviert, um irgendwo anders ausgesiedelt zu werden. Fruchtbares und geschütztes Land hier.

 

 

 

 

 

Auf großer Straße gehts weiter und da sind sie dann, die Affen die keinerlei Berührungsängste mit den Menschleins haben. Wer hält ist ein potentieller Futtergeber. Mit großen Augen schauen sie mich an, na… hast du nix für uns? Ich habe noch ein paar Mandeln, die nicht schmecken, zu alt. Ich raschel mit der Tüte und die Affenaugen werden größer. Streu ihnen ein paar hin.

 

 

 

 

 

Gierig werden sie in den Mund gestopft, noch ein paar und dann krallt sich der Oberfrechling die ganze Tüte und hält sie fest vor seinem Bauch. Jippiiii, Beute gemacht, ganz für mich alleine, so schaut es aus. Ein anderer Frechling will sie ihm streitig machen und die Mandeln verteilen sich mitten auf der Straße. Er hält aber immer noch den Rest der Tüte fest umklammert. Meins!

 

 

 

 

 

Ich rolle weiter und da ist noch eine Affenfamilie, die was abhaben will. Ich habe noch ein paar vertrocknete Datteln. Da kriegt jeder etwas und sogar die Kinder erwischen eine und futtern sie genüßlich hoch oben auf dem Baum. Ein herrlicher Affenzirkus.

 

 

 

 

 

Vor Meknes geht es links weg zu meinem See. Die Wüstenlandschaft hat sich still und leise verabschiedet, grüne Wiesen und Bäume zieren den Weg, viel Farmland. Ich rolle auf eine Bergkette zu und hinein. Die Enge der Talstraße wird erst am Ende weiter und öffnet sich zum See. Hier ist es gut hier bleibe ich! Habe gar nicht erwartet, das es so schön ist.