Kepler-Track….

P1070230Wandern im lichten Bush entlang des

Waiau Rivers auf dem Kepler Track

und weiter zum Lake Hauroko

 

5.3.

 
Mein kleiner persönlicher Wetterfrosch hatte mich ja schon gewarnt …. Wolken und Regen. Kein Wunder,ich bin der Westküste doch sehr nah.

 
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Die Wolken waren gestern auch schon da und der Regen kommt und geht, so wie er gerade Lust hat und die Fjordberge sind im tiefen Grau verhüllt und fast verschwunden. Also kein Doubtful-Sound, dafür ein bißchen Kepler-Track.
In Te Anau treffe ich John und Jenny, ein australisches Päarchen, die auch in einem Affordable Campervan unterwegs sind – größer und komfortabler. Sie haben grad ein Problem mit ihrer Wasserpumpe. Wir ratschen ein wenig über die Macken unserer Autos und stellen fest, dass unser Klebeband gute Dienste leistet. Sie fahren gen Süden und vielleicht teffen wir uns ja nochmal. Dann zieht jeder seine Wege, ich lade meinen Blog hoch und sie versuchen später bei Mitre ein Ersatzteil zu finden.

 
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Nicht weit weg von Te Anau beginnt der Keplertrack, den man drei bis vier Tage durch die Berge von einem See zum anderen laufen kann. Ich will nur ein kleines Stück gehen bis zur Shallow Bay vom Manapouri-See.

 

 

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Durch lichten Buschwald führt ein breiter Trampelpfad, über wackelige Hängebrücken und vorbei an bizarren Baumresten.

Am Ufer, Sandstrand…. ich strolche ein wenig umeinander und finde ein Platzerl zum Reingehen im Geburtstagskostüm. (habe ich extra in meinen Rucksack eingepackt). Der See ist zwar eiskalt und es reicht nur für ein paar Schwimmzüge, trotzdem bin ich herrlich erfrischt und gerade wieder angezogen, als zwei Boote um die Ecke düsen.

P1070265Na denn, das war timing pur!! Ein alter Ast dient mir als Brotzeithocker und dann marschiere ich alles wieder zurück, was ich gekommen bin.

 

 

 

 

P1070234 P1070240Lake Manowa will doch auch noch erforscht werden, vielleicht auch als Übernachtungsplatz, ein tiefer Fjordsee, eingebettet in grünen Bushwald.

Schade, es regnet gerade ziemlich viel; es ist es schief und krumm und dunkel und ich mache noch nicht mal ein Foto, weil ich noch 70 km weiterfahren will zum Lake Hauroko.

 
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Auf dem Weg dahin scheint kommt die Sonne wieder hervor und es wird lichter und heller. Nochmal 20 km langsame Wackelgravel und ein großer heller Wiesenplatz erwartet mich. Und wer steht schon da – meine beiden Australier von Te Anau.

 

P1070293 P1070300Sie laden mich gleich auf ein Glas Wein ein. Und wir reden viel und intensiv. Auch sie in Australien haben Angst vor der Islamisierung. Es kommen immer mehr Flüchtlinge, tief verschleierte Frauen in Burka, die auf die australische Offenheit und Freundlichkeit abweisend reagieren. John hat gerade islamische Nachbarn bekommen und Jenny hat erfahren, wie ihre Freundlichkeit abweisend beantwortet wurde. Beide verfolgen sehr genau, was in Europa passiert und vor allem, wie Deutschland damit umgeht. Deutschland wird als der stärkste Teil von Europa gesehen und sehr geschätzt, obwohl sie uns auch ein bißchen naiv bzw. dumm finden. Wir sollten viel klarer und deutlicher unseren Standpunkt vertreten und klare Grenzen setzen, dürften ruhig ein bißchen autoritärer sein.
Mir wird so deutlich, daß dies Flüchtlingsproblem, bzw. Islam-Problem ein Weltweites ist und die Ängste, die gleichen. Die Rechte, die sich die Frauen im letzten Jahrhundert mühselig erkämpft haben, könnten schleichend wieder verloren gehen, wenn die Islamisten überhand nehmen undzwar die, die meinen, alle, die nicht moslemisch sind, sind Untermenschen und mit ihnen kann man machen was man will, weil sie eigenttlich wertlos sind. Jenny hat sich sehr mit dem Koran beschäftigt und weiß die Stellen, wo das schwarz auf weiß geschrieben steht. Auch in Australien gibt es Nachwuchsmangel und so ist die Befürchtung, dass die neue Generation mehr aus den muslimischen Familien kommt sehr groß.
Das Jugendproblem – Komasaufen, rüpelhaftes benehmen ist auch bei ihnen ein Thema, genauso wie die Überschuldung. Sie haben Angst, daß die Immobilienblase platzt,denn viele Leute kaufen sich ein Haus ohne eigenes Geld, wie in Amerika.
Ein interessanter Abend. Ich sttottere zwar manchmal etwas mit meinem Englisch, weil mir dann doch paar Worte fehlen, aber sie sind verstehen auch meine ab und zu deutsch-englische Worte.

Beide sind begeisterte Segler und ihr Boot liegt in Griechenland und sie sind viel in Europa unterwegs. Weltenbummler auf dem Wasser. John schreibt auch einen Blog über ihre Segelabenteuer und wir tauschen unsere Blogadressen. Ich muss noch eine kleine englische Einführung auf meine erste Seite schreiben, damit sie sich zurechtfinden.
Jenny ist Neuseeländein und das erste Mal hier im Süden, der Südinsel. Beide meinen, dass ich wahrscheinlich mehr von der Insel kenne, als die meisten Neuseeländer selber und ich empfehle ihnen noch meinen kleinen Reiseführer.
Wieder zwei spannende Menschleins kennen gelernt.
So gibt es mal wieder ein spätes Abendessen und im Bettchen schreibe ich noch ein wenig, bevor meine Augendeckel zuklappen.
Ja, jeder Tag ist doch so anders!

GPS: S 46° 00′ 29“ E 167° 27′ 17“

Comments (2)

  1. Robert

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    Liebe Safar

    auf der Mahinapuaokaritowhataraglendhuwanakatekapo road. Māori! Ganz easy auszusprechen. ‚wh‘, einfach wie ‚f‘ im deutschen aussprechen. In Dialekten kommt’s wie ‚h‘ oder auch ‚w‘ daher. Ansonsten alles ganz easy. Bis auf ‚t‘. Das wird vor ‚i‘ und ‚u‘ leicht anders ausgesprochen: weicher. Sonst alles ganz easy. Sind im Māori auch nur dreizehn verschiedene Buchstaben. Da kommt man schnell voran.
    Genauso wie die Großeltern der Māori in ihren Einbäumen. Die verpaddelten sich geringfügig bei einem Kurzausflug vor Ihrer Küste von Tonga. Das war vor 950 Jahren. Während einer kreativen Orientierungspause der Bootsführer, bließ ein steifer Nord-Ostwind die Böötchen auf die Nordinsel vom heute bekannten, 1500 km abseits gelegenen, New Zealand Archipel. Gott sei Dank hatte der Lord selbst, ganz in Gedanken von seinem bisherigen Schaffen versunken, 40 Millionen Jahre vorher mit seinem kleinen Finger die Landmasse aus dem Ozean gepult. Seither komprimiert er all sein bekanntes Können täglich in neuer irrwitziger Schönheit auf dieser Briefmarke. Getürmte Wolken, in denen er die Sonne sich verheddern lässt. An anderen Tagen verdoppelt er in perfekter Spiegelung seine Skulpturen in makellosem Blau auf makellos glatten Wässern. Mein Wortschatz kapituliert, während deine Finger sich am Auslöser deiner Kamera abarbeiten.
    Safar, Du filterst spielerisch die hässlichen Spuren der Menschen weg. War bei den Māori noch alles in Ordnung, kann uns das Herz brechen angesichts der gedankenlosen Nutzung der Natur durch die Weißen. Und ER? Ich sehe Ihn grinsen. Er schickt sich an, mit dem kleinen Finger die Pazifische Platte nahe der Nordinsel ein wenig unter die Australische zu drücken. Au! Das gibt Stoff zum Nachdenken. Aber keine Sorge. Noch ist New Zealand Gottes Hollywood und wird es bleiben.

    Deine Reisestory hat ein Happy End. Das Drehbuch hat allerdings noch ein paar Seiten. Lass Dir Zeit und sei ganz im Stoff.
    Beste Grüße,
    Robert, Freyung, Bavaria, Old Germany

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      Lieber Robert,
      ja die Maoris und Maori-Ori… naja, ob da immer alles so paradiesisch war, wage ich ein wenig zu bezweifeln, wenn ich mir die Hakas anschaue und höre. Gruselig wirds einem und die Gänseschauer, die dabei den Rücken runterlaufen sind gewollt ….ein kämferisches Völkchen, das gerne auch mal seine Feinde, aber nur die, die es wert waren, verspeisten in der Hoffnung, ihren Kampfspirit zu erben.
      Aber sie wußten mit den Booten umzugehen und konnten auch in schwierigsten Gewässern navigieren, vorwärts kommen und auch anlanden (ohne unbedingt in Sand und Schlamm zu versinken!)
      Im Wald kannten sie die verborgenen Wege zu Schätzen und ihre Seen und Flüsse waren ihnen heilig, gab und gibt es doch dort Nahrung in Hülle und Fülle. Die weißen Siedler brachten Neues und Verführerisches in Form von gebrannten Flüssigkeiten, in denen dann so manche Fähigkeit versank.
      Und heute …es gibt noch so viel Unberührtes hier, das den Zauber Neuseelands ausmacht und ich erlebe einen Hauch davon … und das, so wünsche ich mir, spiegelt sich in meinen Bildern.
      Das andere, der Raubbau an der Natur, das Sprayen mit Giften, überall mit Motor hinfahren, Riesen- Rinder-und Schafsfarmen, im Paradies Krach machen dürfen… ja dieses Neuseeland gibt es auch und das nicht so viel anders, als wie bei uns in Europa. Ob die Doc-Behörde das wirklich schafft, die Naturräume als solche zu belassen und vielleicht Motorboote, Quads und Autos von Stränden und Seen zu verbannen, wird sich zeigen. Auch hier gibt es Lobbyisten und wer trennt sich schon gerne von seinen angestammten Rechten bzw. Gewohnheiten – nicht anders als bei uns!

      Tja und Mr. Gott soll noch ein bißchen warten, bevor er mit seinem Fingerlein an der Kruste rumspielt.
      Danke für deine zauberhaften Worte – du bist halt doch ein Wortakrobat ….

      Ganz liebe Grüße an dich, Renate, Dorina und Samuel von Safar

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