Hoch oben beim Göttervater Zeuss am Lykaion

oder wer waren diese Götter und gab es wirklich diese Menschenopfer…

 

17.Mai

Da throne ich hoch oben beim Göttervater Zeuss am Lykaion, schau hinunter in die Niederungen, in denen noch der Morgennebel wabert und den Blick auf die Götterwelt verschleiert. Neben mir quakt vergnügt ein Fröschlein und hinter mir rauscht die Quelle, die es schon seit Urzeiten gab. Ein Picknickplatz hat mich eingeladen hier auf dem Berg Lykaion zu schlafen. Die rauschende Quelle eine herrliche Gelegenheit T Schirts wieder sauber im Wind baumeln zu lassen.

 

 

 

 

 

Was für eine friedliche Stille. Nur die Vögel, die Frösche, das Rauschen und aus weiter Entfernung die Glocke der Ziegen. Um mich herum eine blühende Sommerwiese. Götteridylle.

 

 

 

 

 

Aber waren sie damals auch so idyllisch? Offenbarten sie nicht auch in ihrem Handeln und Tun zutiefst menschliche Regungen, Neigungen und Versuchungen? Die ganzen Götterdramen handeln doch (soviel wie ich weiß) von den Irrungen und Wirrungen des Menschseins, seiner Suche nach Glück, seinem Gelingen und Mißgelingen auf dieser Erde.

Die Götter thronten immer hoch oben und die Menschleins pilgerten zu ihnen hinauf, um einen Hauch dieser Göttlichkeit zu erspähen und erhaschen. Sie brachten Opfer, um sie gnädig zu stimmen und sie zu erhören. So stehe ich ganz weit oben auf dem sog. Aschealtar des lykenischen Göttervater Zeuss. Viele Menschenknochen wurden hier gefunden und viele Geschichten ranken sich darum. Waren es Menschenopfer, um die Götter gnädig zu stimmen? Oder war es ein Bestattungsritus, den es auch im alten Tibet gab?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Verstorbenen wurden an höchste Berggipfel gebracht, damit die Geier das Fleisch fraßen. Verbunden mit einer großen Zeremonie, wurde der Geist, die Seele des Verstorbenen aufgerufen, sich von dem Körper nun endgültig zu verabschieden und ihn zu verlassen, damit er in den Kreislauf von Werden und Vergehen zurückgeführt werden kann. Mit dem lauten Ruf des „Pah – Pah“ wurde die Seele des Verstorben dreimalig aufgefordert, bevor die Geier sich an ihre Arbeit machten.

 

 

 

 

 

Mit diesen Gedanken bestaune ich die Steine, das kleine Kirchlein mit der verwitterten Bank und sitze eine kleine Weile hoch oben am Aschaltar. Ein Zaun umgibt die verbliebenen Steine. In der Ferne grollt es schon. Der „Himmipapa“ schimpft, oder? Ich habe nix mitgebracht und ist es Blasphemie wenn ich hier noch gemütlich meinen Apfel futtere? Die dunklen Wolken rücken näher und geben der Landschaft fast einen gespenstigen Anstrich. Ein paar dicke Tropfen fallen herunter, aber nur wenige mit weitem Abstand zueinander. Es ist fast so, als ob ich zwischen den Tropfen laufe. Der Wind schickt sie weiter auf ihre Reise. Sie müssen nicht bei mir hängen bleiben. Ich mache mich dann aber doch relativ schnell auf den Rückweg. Ein Berggewitter ist ein Berggewitter.

 

 

 

 

 

Aus dem Augenwinkel hatte ich bei der Hochfahrt diesen Platz gesehen. Er liegt nicht ganz so ausgesetzt wie das „alte Stadion“ und so rolle ich die paar Hundert Meter zurück und baue mich auf zwischen Tischen, Bäumen und einer herrlichen Weitsicht. Dunkle Wolken kommen und gehen, Wetterfröschlein ist aber zuversichtlich für Trockenheit. Also nutze ich die Gelegenheit für ganz schnöde Menschenarbeit und spekuliere, das die Morgensonne den Rest der Trocknung übernimmt. Und so ist es. Die Sonnen scheint warm und die Wäsche ist trocken.

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