Hängebrücken, alte Bunker und das Cape Rodonit

oder Wochenendgewusel am Meer

 

3.6.


Höher gehts ja fast nicht mehr hier am Aussichtspunkt vom Kepi Rodonit. Eine hügelig bergig grüne Landschaft und weit unten das Meer, die Bars und das Gewusel. Es ist Samstagabend und alles was Beine und einen Motor hat ist unterwegs. Auch hier oben. Da werden für Hochzeitler Videos gedreht, andere suchen einen Picknickplatz, Womos wollen den besten Platz ergattern und ich schau mir von oben das Schauspiel an. Es lohnt sich nicht die Piste weiter runter zu rollen, denn die Plätze dort sind schon in Feuerwehrautos Hand.

 

 

 

 

 

Samstagabend Ruhe und Stille zu finden ist noch nie einfach gewesen. Eine kleine feine gute-Laune Musik im Brummeli, damit mich das Gewusel nicht zu sehr stört und ein Vortrag über die Pyramiden lenken meine Aufmerksamkeit in eine gute Richtung. Die Sonne geht glühend unter und der Mond scheint schon hell zu mir herein. Ein paar Moskitios verirren sich, finden einen Leckerbissen und ich brauche meinen Antijuckstift.

 

 

 

 

 

Eine schöne Gondeltour gestern. Erst die Schweinchen auf meiner Piste. Ich könnte auch in Indien sein, so schauts hier aus. Typisches Albanien, das noch nicht vom Tourirummel überlaufen ist. Wahrscheinlich nicht mehr allzulange. Es wird gebaut, schrecklich gebaut und es scheint, als ob an der Küste ein neues „Spanien“ entsteht mit Tourihochburgen und entsprechendem Gewusel. Schön sieht anders aus.

Ich bin nahe der Düne Rana e Hedhun, eine Wanderdüne. Daneben diverse Bars, eine Sandpiste und im Hintergrund die Hochhäuser. Oh jeee!!!!

 

 

 

 

 

Der Weg führt durch ein ehemaliges Miltiärgebiet. Fotografieren darf man eigentlich nicht. Im Hafen rosten die alte Kähne vor sich hin, genauso wie die alten Laster. Die Gebäude sind dem Verfall überlassen. Es ist so gegensätzlich. Auf der einen Seite die neuen Hochhäuser, blinkend schrill und laut, daneben Verfall, Müll und rostige Lauben. Und mittendrin eine Autosschlange, die sich das enge Sträßlein entlang windet. Wummernde Baßklänge aus einer Disco, die morgens um 10 schon aufdreht.

Schöne schreckliche Welt.

 

 

 

 

 

Auf meinem Sträßchen der Küste entlang stehen noch die alten Bunker. Irgendein Schäfer lagert hier sein Heu. Vielleicht werden das mal die neuen Tiny Houses. Zeitzeugen einer kriegerischen Epoche. An jedem Ende einer Piste gibt es diese Strandbars, die langsam ihre Liegen und Sonnenschirme aufbauen und den Strand in eingezirkelte Vierecke verwandeln. Was ist schlimmer, Ballermann, Rimini oder hier. In der Woche verwaist wieder alles und in der späten Nachsaison modert es vor sich hin. Ich glaube, so gut gefallen tut mir das hier nicht.

 

 

 

 

 

So rolle ich ein wenig weiter über Kleinststräßchen in die Berge, einem Fluß entlang. Da soll es doch eine interessante Hängebrücke geben. Drei Stück gibt es hier am grünen Fluß, der sich eng durch die Berge windet. Die erste ist unbegehbar. Der trau ich nicht. Die zweite ok mit Festhalten und Balance halten. Und die dritte dann einfach und bequem. Einmal hin und her gelaufen. Das Brummeli kurz danach auch vor so einer Brücke steht, ahne ich hier noch nicht.

 

 

 

 

 

 

Navi schickt mich nämlich auf winklingen Wegen genau zu so einer Brücke. Da soll ich drüber? Da gucke ich mal lieber. Nein danke, die Brücke ist provisorisch mit alten Küchenbrettern repariert, ziemlich schmal und nicht für Brummelis gedacht. Autos fahren rüber, höre ich. Autos und nicht Brummelis. Und irgendeiner ist dann mal der Pechvogel. Schon allein beim Gedanken schauert es mir.

 

 

 

 

 

Umgedreht und einen weiten Umweg über die große Straße bis ich wieder von oben diese Brücke erkennen kann. Und so lande ich erst am frühen Abend hier. Wäre ich doch mal besser die andere Piste gefahren, frage ich mich noch. Aber sie sah nicht vertrauenserweckend aus. Der Regen hier hat seine Spuren hinterlassen, auch wenn es jetzt trocken ist.

 

 

 

 

 

Wenn in den Bergen nicht immer die Gewitter lauern täten, wäre ich sehr viel mehr dort. Die Küste ist nicht wirklich spannend.

Mal gucken, wo Brummeli seine Nase weiter reinsteckt.