Fette Wolken am Fox Glacier und der Westküste

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oder Regen in Okarito,

Wolken am Fox Glacier

und mehr Regen in Haast…

 

24.2

Meine Wetterapp hatte es mir gestern schon angkündigt – Regen, nicht nur ein Tropfen, sondern ganz viele. Also stelle ich mich schon mal darauf ein, daß ich etwas Schönes nicht gesehen habe – loslassen ist angesagt.

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In der Früh erst noch trockenes, dunkles Grau, daß später so richtig fies nass wird. Ich schau trotzdem nochmal bei der Lagune vorbei, in der um halbzehn noch sehr wenig Wasser ist. Auch von oben schaut sie nicht wirklich attraktiver aus, aber ich seh ein bißchen besser ihren Verlauf.
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So gehts weiter zur Westküstentouri-Boomtown Franz-Josef, der ich einen kleinen Einkaufs- und Tankbesuch abstatte. Ein netter Ratsch mit einer Engländerin, die auch allein mit PKW unterwegs ist. Ich gebe ihr paar gute Tipps, denn sie wußte nicht so richtig, was sie bei dem Regen anfangen soll. Ich will dem Fox Glacier mit meinem Besuch alle Ehre erweisen, denn letztes Jahr habe ich ihn links liegen gelassen. Es gibt zwar auch hier eine Horde Touris, aber nicht ganz so viele wie am Franz Josef Gletscher. Und oh Freude, der Regen hört auf. Es ist kühl und das erste Mal seit Wochen ziehe ich eine lange Hose an.
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Andächtig pilgere ich hinauf – nur das letzte Stück ist steil – und bestaune und begucke ihn.
Mit schwarzbraunen Adern durchzogenes Gletscherblau, das tief gezackt in den dunklen Himmel ragt. Ein letztes Stück Eis schwimmt in einem letzten kleinen Stück See. Immer weiter zieht sich der Gletscher zurück ….vielleicht ist ihm der Touri-Rummel zuviel, oder schlicht und ergreifend es wird ihm zu warm, genau wie mir beim Hochstapfen.

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Doc- die neuseeländische Naturschutzbehörde muß den Weg immer wieder neu befestigen und weiterführen, damit die Leute bequem zu ihren Gletscher – Aaahs und – Oooohs kommen können. In Pumps und Gummilatschen kommen sie daher.

 

P1060008 P1060010Mir zeigt er sich ein bißchen von seiner tiefen, geheimnisvollen und undurchdringlichen Seite, Wolkenfetzen umhüllen die Gipfel, die so um die 3000m hoch sind und eiskaltes Gletscherwasser rauscht diverse Felswände hinunter und vereint sich in dem milchig türkisblauen Gletscherfluss. Rechts und links, viele graue Kieselsteine, dazwischen die Grüns von all den kleinen und großen Gewächsen und große rote, fast kitischig rote Felsbrocken. In dieser feuchten Nässe glitzern alle wie kleine Edelsteine und vielleicht kommt hier ein Stück sein wahres Gesicht zum Vorschein, Fox, der Edelgletscher.

 

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Eine alte Swingbridge überquert den jetzt schon gewaltigen Gletscherbach, zu dem ich nochmal durch herrrlich grünen Regewald wandere.

 

 

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Bald werde ich diese nasse, aber doch so schöne Dschungel Westküste verlassen. Darum schaue ich nochmal ganz genau hin. Auf meinem Weg nach Haast komme ich an der Bruce Bay vorbei – ein Wurzelparadies der besonderen Art. Ich hätte mich vielleicht noch etwas länger aufgehalten, wenn da nicht diese kleinen fiesen Viecher, namens Sandflies, wären. Obwohl ich mich eingeschmiert habe, attackieren sie mich. Haben sie denn keinen Respekt vor Bushmanns. Aber im Gesicht habe ich es nicht und sie krabbeln unter die Brille und ich nach den Fotos in den Brumm.

 

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Mittlerweile regnet es in Strömen und nachdem in Lake Paringa nur schiefe Plätze zu haben sind, fahre ich weiter ins Holiday Camp Haast Beach.

Dort gibt es nämlich eine Waschmaschine und doofes Wetter ist Innendienstwetter. Meine Handwäsche gestern war nicht ganz so von Erfolg gekrönt. Die Shorts waren halt einfach nicht wirklich sauber.
Durch riesige Pfützen latsche ich zur Waschmaschine und am Ende ist mein Kleiderschrank wieder mit herrlich sauberer, trockener Wäsche gefüllt und auch meine Küchenhandtücher duften wieder. Ist doch auch was!
Auf so Reisen kriegen so manche Selbstverständlichkeiten eine ganz neue Bedeutung. Außerdem koche ich mir heute mein Gemüse und esse es nicht nur als Salat. Zum Nachtisch gibts, weil es so doll regnet, einen gute-Laune-mach-Kakao. Es gibt hier tatsächlichen einen ohne Zucker (mit Stevia gesüsst), der schmeckt!
Wenn weiter schlechtes Wetter im Süden ist, fahre ich erst Richtung Ostküste, da ist es nämlich heiß und trocken und von dort aus in den Süden. Das hat mir die Engländerin erzählt, die von Christchurch kam.

GPS: S 43.9087 E 168.9002