Die Ziegenwiese schreit – Bleib!

P1100786 (2)Ich komme nicht weit –

nur 34 km sind es zur Ziegenwiese…

ich wollte ja nur mal gucken…

 

 

 

1.April

 

Tja, da töne ich in der Früh großartig, jetzt trete ich den Heimweg an… tue ich auch, aber die Etappe ist einfach kurz, sehr kurz, sehr sehr kurz. Ich kann der Versuchung nicht widerstehen und eigentlich wollte ich ja nur mal vorbeischauen, aus dem Augenwinkel gucken und dann weiter rollen.

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Nix weiter rollen – die Ziegenwiese hält ein derartig schönes Platzerl für mich bereit, daß ich einfach nicht anders kann, als mich hinzustellen.
Meerblick pur, nicht zu voll, Sonne pur! Da muß ich einfach bleiben.
Hatte ich mir nicht vorgenommen von der Ziegenwiese nach Bolnueva zu radeln und diese schöne Schotterpiste langsam entlang zu gondeln. Vor drei Jahren bin ich einfach auf gut Glück mit dem Brummeli entlang gefahren nund ich kam durch Jetzt im Winter, auf der Herfahrt war es mir zu naß und nach diesen heftigen Regengüssen ist eine Radlerforschung angesagt. Wie gut, denn es gibt zwei kritische Stellen, die machbar sind, aber schwierig. Nein, Brummeli das brauchst du nicht fahren!

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Und so radele ich wieder von Bucht zu Bucht, auf und ab und wundere mich, wieviele Womos (noch vor der kritischen Stelle) stehen.

 

Damals stand kein einziges hier und ich dachte das wäre die Geheimstraße pur

Es ist herrlich und ich genieße meine Strampelei, auch wenn ich des öfteren mal schieben muß. Unten am Strand liegen diverse Menschleins, Sonnenschirme sind schon aufgestelllt und ich vergesse, daß es ja erst April ist. Fühlt sich an wie normaler warmer Sommer. Das Wasser ist zwar noch kalt, aber ich bin sowieso kein Wellenschwimmer.

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Und dann sitze ich wieder auf meinem Stühlchen und lese, lese über die Aborigines gestern und heute. Meine lila Pistenkuh-Autoren hatten viel Kontakt zu ihnen und darüber ein Buch geschrieben. Nicht so flüssig, aber hoch informativ. Es räumt ein bißchen auf mit der Ureinwohneridylle und dem Mythos Outback. Auch wenn die Ureinwohner, egal ob Australien, Neuseeland,Amerika oder Alaska tief im Einklang mit der Natur lebten, waren ihre Stammesgesetze nicht immer Menschen- und Frauenfreundlich und ihre harten Verurteilungen und Tabus nicht immer im Sinne der Menschenrechte.

 

P1100805 (3) P1100823 (2)Und manches was ich da lese, läßt sich sicher ein bißchen auf unsere Flüchtlingsproblematik übersetzen. Wie schaffen wir es, den Menschen ihre Würde zu lassen und sie nicht in Abhängigkeiten zu halten, die ihnen die Motivation für ein selbstbestimmtes Leben nimmt. Und umgekehrt, wie schaffen es diese Menschen sich unserer westlichen Kultur so anzupassen, daß sie Fuß fassen und ihr Leben aufbauen können. Ein großer Spagat, der den Menschen ein Riesenschritt in der Entwicklung abverlangt. Und dann möchte man alles – seine eigene Kultur beibehalten mit all den „Segnungen“ der westlichen Errungenschaften. Zu verständlich, aber unmöglich. Und wieviele Aborigines sind genau an diesem Punkt gescheitert.
Tief beeindruckend dieses Buch.

Erst bei Sonnenuntergang verziehe ich mich nach drinne. Unsere digitale Welt ist doch praktisch. Ich kann mir ein Buch runterladen und habe so den interessansten Lesestoff, egal wo ich gerade bin. Das ist eine unserer positiven Errungenschaften unserer Globalisation.

Es war wieder ein herrlich schöner Relax, Radl und Faulenztag.

GPS N 37° 32′ 10“ W 1° 22′ 17“

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