Die große Düne von Erg Chebbi

P1040346 (2)oder drei Schritte vor und zwei zurück

beim Dünenkrabbeln

in der Erg Chebbi

 

18. Januar

 

Heute ist Dünenkrabbeln angesagt. Mit Wasser und ein paar Mandeln in meinem Rucksack marschiere ich los. Ein paar Wolkenfetzen fliegen umeinander und es ist nicht zu heiß, obwohl es schon 11 Uhr ist. Hans, mein Nachbar kriegt noch einen Morgenkaffee, er will heute weiter. Das letzte Stück, so sagt er, muß man auf allen vieren krabbeln, weil der Sand so nachgibt.
Also los – ich genieße die Stille um mich rum, kein Quad, kein Auto nur ein Führer mit einem Menschlein, die zurückkommen. Der Weg ist einfach zu finden – nur den Spuren der Kamele folgen und dann gibt es genügend Fußspuren, dazu mein Auge, das versucht die festesten Stellen am Sand zu finden.

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Es geht langsam aber ich komme gut vorran. Ein erstes kleines Stück will gekrabbelt sein, bevor es steil am Dünenhang hinauf geht. Meinen Hut muß ich festbinden, damit er mir nicht plötzlich vom Wind genommen wird. Mein Fotoapperatband muß her. Gleichzeitig ist dies eine herrliche Schnaufpause. Und dann gehts Schrittchen für Schrittchen – gehen- schnaufen-zurückrutschen- weitergehen. Ich brauche eine gute Stunde bis ich oben bin. Und von da habe ich eine tolle Aussicht in die Wüste ringsrum. Die Camps, zu denen die Kamelkarawanen nachmittags aufbrechen liegen nicht weit weg von hier – ich sehe diverse malerisch verteilt. In der Ferne sind die schwarzen Berge – Teil der schwarzen Wüste – so hat mir Hassan erzählt. Vor mir schau ich hinunter zum Dorf, zu den Kasbahs und kann sogar im Zoom mein Auto erkennen. Später erzählt mir Hans, er hat gesehen, wie ich da oben gestanden bin und ringsrum geschaut. (Er hat ein gutes Fernglas).

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Ich pack meine Säckchen aus, denn ein bißchen Sahara-Sand ist doch ein gutes Mitbringsel für meine lieben Menschleins daheim.
Ein bißchen im Sand sitzen und dem Wind lauschen, der die feinen Sandkörner ein bißchen neu sortiert- ein Hauch von Wüste, denn die Zivilisation ist nicht weit weg von mir.

 

 

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Hans, der alte Marokkohase, ist doch noch da geblieben und so radeln wir ins Dorf um für das Abendessen einzukaufen. Ein bisserl Gemüse, Reis und Lamm, dazu einen Roten aus meinem „Weinkeller“. Zwischendurch gibt es noch Womoaufräumaktion und Duschen, die sehr schön heiß sind. Damit runde ich nun meine drei Tage Erg Chebbi gut ab und was für ein Glück habe ich mit dem Wetter.

 

Auch wenn es nachts kalt ist, ist es doch tagsüber in der Sonne prächtig. Was will man mehr!

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Comments (4)

  1. Marese

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    Liebe Safar, da hattest Du jetzt wunderbare und erholsame Tage in Merzouga – endlich mal die Natur alleine für Dich.
    Wir waren gar nicht so weit weit – im Ksar Bicha. Wir übernachteten zwar in der Wüste – aber so eine lange Wanderung hätte uns auch sehr gefallen; unsere Zeit war halt begrenzt ….
    Damals hatten wir Regen in die Wüste gebracht – und das für uns gebuchte Camp war nach einem Sandsturm auch noch verschüttet … auch ein besonderes Erlebnis 🙂
    Und einen 2,5-stündigen Dromedarritt muss ich auch nicht mehr haben. Die Fotos sind phantastisch- wie von Dali gemalt – aber Hans war danach sterbenskrank. Irgendwie hatten wir ihn dann am nächsten Tag auf das Dromedar gebracht und zurückschaukeln lassen. Den nächsten Ausflug auf einem Dromedar müsste ich bestimmt alleine machen 🙂 – das kann auch große starke Männer umhauen.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und ganz tolle Erfahrungen auf Deinem Weg Richtung Meer.
    VlG. Maresa.

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      Liebe Marese, ja zwei Stunden auf Dromedar ist schon was und wo habt ihr dann geschlafen oder habt ihr das Camp wieder ausgebuddelt …..ja im Sand ein bißchen herumzukrabbeln ist schon was und ich habe die Ruhe genossen und hoffe das auch hier in M Hamid zu finden …. bin mal neugierig.
      Einen ganz lieben Gruß an dich und Hans und wie schön, dass du deinen Marokkkoreise nochmal nachschmecken kannst. Alles Liebe von Safar

  2. Elvira

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    Hi Safar,

    3 Tage Erg Chebbi, da hast Du ja sehr gutes Wetter gehabt, was damals bei mir leider nicht so war….. ja, die Wüste fasziniert mich auch immer…..
    und da rennen Dir wenigstens nicht die bettelnden Kinder od. Verkäufer hinterher, ich hoffe, Du konntest Dich gut erholen und entspannen……….(ja, die Menschleins in den sehr schönen Land sind seeeehr gewöhnungsbedürftig und leider oftmals nervig)

    Weiterhin viel Spaß !

    lg
    Elvira,
    die morgen Ri. Süden aufbricht.

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      Liebe Elvira, da wünsche ich dir ein gutes Durchkommen in den Süden – hoffentlich nicht zu viel Schnee und dann schöne warme Sonne …. mit dem Wetter habe ich Glück und im Saharasand rumzulaufen ist schon was besonderes …. einen ganz lieben Gruß an dich von Safar

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