Zwischen Aljezur und Vale de Agua

oder Weihnachtsdümpeln mit Regentropfen, Gewitter und ein paar Sonnenstrahlen

 

20.-21.12

Ein kleiner Gang zu meinem Meerblickfelsen. Q ist noch da, genauso wie die heranrollenden Wellen, mein kleines Pyramidendreieck und die weite Macchia. Die Natur kümmert sich wenig, um das, was draußen in der Welt so passiert,- um Horrornachrichten und Lichtblicke, vermeintliche oder wirkliche. Die Natur oder die Welt dreht sich weiter unabhängig von dem was ich meine, denke, glaube oder hoffe. Die Erde dreht sich und im Moment schaut es nicht danach aus das sie im Universum das Trudeln anfängt und ihren angestammten Platz aufgibt.

 

 

 

 

 

Ich beobachte es: jeden Morgen geht die Sonne auf, manchmal oder zur Zeit oft hinter den Wolken. Der Mond kommt abends dazu. Die natürliche Ordnung wankt nicht, die menschliche Ordnung schon.

Auf wen und was kann und will ich mich beziehen? Was gibt Stabilität und ein Gefühl von Sicherheit in dieser aufbrechenden Welt? Wo finde ich Orientierung, wenn alte Landkarten zerfleddert sind und auch kein Tesafilm mehr hilft?

 

 

 

 

Ich für mich finde so viel Gutes weit draußen irgendwo allein in der Natur. Die ist mein Ankerpunkt, die ist mein Zuhause. Ahne ich hier ein bißchen von den großen Rhythmen des immer währenden Zeitenwandels, der sich im kleinen natürlichen Rhythmus widerspiegelt? Ahne ich hier etwas von dem natürlichen Kommen und Gehen, der Veränderung, die so ein wesentlicher, vielleicht der wesentlichste Bestandteil unserer Erde ist?

Ich frage mich selber, wo halte ich fest und suche Orientierung? Könnte es sein, daß ich am falschen Platz suche, also da, wo es nicht zu finden ist. Große Fragen, die in mir umeinander schwirren, während die Gespräche über Corona, die Menschen und die Welt ihren Lauf nehmen.

Manchmal stehe ich selbst ein wenig verwundert vor meiner kleinen Welt, in der ich es bis jetzt geschafft habe gut auf den Wellen zu surfen und immer noch das zu tun, was ich möchte. Natürlich ist es einfacher für mich, weil meine Bedürfnisse anders gestrickt sind und ich vieles von dem was verboten ist, gar nicht brauche. Und das was mein Seelchen wirklich braucht, bekomme ich. Und vielleicht geht es ja auch anderen so oder ähnlich.

Nachrichten, erzählte Bilder versus Wirklichkeit.
Wo lasse ich mich täuschen, blenden von Vorstellungen, die durch die Medien transportiert werden? Und was ist dann wirklich wirklich? Die eigene Erfahrung und die der anderen stehen den erzählten Bildern manchmal diagonal gegenüber. Wirklichkeit ist zutiefst individuell. Die eigene Erfahrung, das eigene Erleben, nicht vergleichbar, nicht reproduzierbar – ein Moment im Jetzt und dann kommt schon der nächste.

 

 

 

 

 

Mal schauen, welche Momente sich heute aneinander reihen, kurz ein Bild ergeben, nur um dann wieder vom Wind in alle Richtungen zerstreut zu werden. Philosophengeschwurbel am diesigen Morgen in einer wahnwitzigen Coronawelt und das zur großen Weihnachtszeit.
Aber jippijeiih – die Tage werden wieder länger, ein Grund zum Feiern.

 

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