Wüstenlandschaft in Cabo da Gata und Tabernas

oder auf in die wilden Sierras

11.-13.3.

Auf geht’s Richtung Cabo da Gata, meiner kleinen Wüstenlandschaft, die ich so liebe.

Und weil ich ja doch immer neugierig bin, schaue ich nach anderen Plätzen, zuerst bei der Cala hinter San Jose. In einer Nische steht ein Franzose und ich wandere ein bißchen durch die Landschaft, ob es da für mich noch was gibt. Es gäbe Plätze, aber vielleicht gibts noch Schönere, denke ich mir und rolle Richtung Camp Escullos.

 

 

 

 

Dahinter in den Bergen, irgendwo in den trockenen braunen Bergen gibts kleine Pistenwege, die in die „Bushlandschaft“ führen.

 

 

Und hier gibt es auch Plätze. Das Meer ist zwar weit hinten, aber fast fühle ich mich wie in Australien, weit weg von jeglicher Zivilisation.  Habe ich schon mal gesagt, dass ich das liebe. Ich glaube mehr als oft.

 

 

 

 

Nicht weit weg von mir sind ein paar Bienenkästen. Vielleicht sind sie nicht mehr bewohnt, denn ich sehe und höre keine einzige, obwohl doch der Ginster blüht und auch kleine gelbe Ackerblümchen. Aber es ist trocken, knochentrocken und das mögen die Bienen vielleicht nicht. Und da stehe ich, schau in die Weite, hinten das blaue Meer und hinter dem anderen Hügel der Campingplatz.

 

 

 

 

Den entdecke ich aber erst am nächsten Morgen bei meiner langen Wanderung durch die Landschaft. Kreuz und quer führen die Trampelpfade hinauf und hinunter. Irgendwo höre ich Schafe grasen, natürlich nicht das Grasen, sondern das Geläute ihrer kleinen Glocken.

Es könnte fast auch das tibetische Hochland sein mit seinen braunen unbewachsenen Bergen. Irgendwo ein alter Brunnen, der versiegt ist, die Reste von Olivengärten. Ich telefoniere lange mit einer Freundinn, die ihre tibetische Hündin Dzacha auf ihrem letzten Weg begleiten mußte. Sie war schwer krank. Nun kann dieses Hundeseelchen wieder in seine Heimat zurück. Auf meiner Wanderung entdecke ich noch einen anderen Platz, auf dem es Internetempfang gibt. Also wird umgerstellt, damit ich telefonieren kann. Der Wind frischt ein bißerl auf, aber noch nicht stark. Für morgen sind Böen angesagt.

 

 

 

 

Na gut und das morgen war gestern und anstatt mich am Wasser vom Wind zerzausen zu lassen, gondele ich zur anderen Wüste, der von Tabernas. Ich wollte doch noch die Berge hinter Klein-Hollywood erforschen. Und siehe da, hoch oben auf einem Stück alter Passstrasse durch die Sierra gibt es einen schönen Platz für mich und vor allem noch eine schöne Wanderung hinauf.

 

 

 

 

Und wie das manchmal so ist, häufen sich die Telefonate. Alle sind so wichtig und alle haben mit Abschied-nehmen zu tun.
Vielleicht ist es ja auch ein Thema, das uns in unserem Älterwerden immer mehr betrifft. Und meine Wüstenlandschaft ist die richtige Kulisse dafür, zurück zum Wichtigen und Wesentlichen. Und was das Wesentliche ist, muß wohl jeder für sich entscheiden und fühlen. Die einen nennen es Gott, die anderen Universum oder lassen es einfach offen, als eine große, fühlbare Liebesenergie, ohne Namen. Wo gehen wir hin, wenn wir sterben, bleibt etwas oder ist alles vorbei? Wie weit können wir mitgehen, wenn jemand den Körper verlässt und gibt es noch etwas ausser dem Körper? Und wenn ja, was ist dieses Etwas und wie könnte es weitergehen?

 

 

 

 

Ich finde diese Fragen so hochspannend, auch wenn es letztlich keine endgülige, eindeutige Wahrheit darüber gibt. In einem Buch habe ich über die Heisenbergsche Unschärfenrelation gelesen. Die besagt, das der Betrachter das Betrachtete verändert. Das heißt, das was ich sehe wird durch mein Sehen von mir verändert und das heißt wiederum, das es keine eindeutige objektive Wahrheit gibt. Harter Tobbac. Aber ich bin mit solchen Themen durch mein Buch beschäftigt und es läßt meine Gedanken so weit wandern. Ich finde es genauso spannend, wie meine Gondelei über kleinste Sträßlein durch unbewohntes Gelände. Neuland!

 

 

 

 

Und wenn es keine objektive Wahrheit gibt, dann kann ich mich ja herrlichst meiner subjektiven Wahrheit hingeben. Ich darf sie bloß nicht zum Dogma machen. Jeder kann die Weltanschauung finden, die ihn glücklich und zufrieden macht. Und darum geht es doch, ein glückliches zufriedenes und sinnerfülltes Leben zu führen.

Und sind wir nicht alle unseres eigenen Glückes Schmied. So sehe ich es jedenfalls. Und so bastele ich an meinem Glück hier draußen in der Natur in meinem Brummeli und kann Nomade zu spielen, so wie wir früher als Kinder Indianer gespielt haben. Und für den Moment des Spielens war es so wirklich!

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