Sicheldünen nahe Aftisaat

oder etwas Neues wächst….

 

14.1.

In einem Moment noch sternenklare Nacht und dann, – der letzte Stern sinkt herab in den Horizont und rutscht die Düne herunter. Sein Licht verbindet sich mit den kristallinen Sandkörnern, die langsam im Morgenlicht zu strahlen beginnen. Sternenlicht und Sonnenglanz für einen Moment im Zwielicht verbunden.

 

 

 

In dieser Zeit zwischen hell und dunkel dürfen Gedanken auftauchen und wieder verworfen werden, dürfen Ideen entstehen, ohne sie schon in eine feste Form zu pressen. Darf etwas Neues still und leise aufwachen. Erstmal noch keinen Namen geben, erstmal noch keine Geschichte erzählen, einfach nur bleiben und zuschauen, wie es sich entfaltet.

 

 

 

Meine goldgelbe Sicheldüne auf den schwarzen, kantigen Steinen erwacht mit dem Wind. Er huscht über die kleinen Körnchen und verteilt sie neu. So entstehen Wanderdünen. Und wenn ich lange genug hier stände? Am Abend bleibenTüre und Fenster offen. Kleine Sandverwehungen bedecken meinen Boden. Er kommt auch durch Moskitovorhänge. Wir sind doch klein genug, murmeln sie grinsend und verteilen sich auf Tisch und Bank. Ich verändere meinen Platz, damit ich der Düne nicht im Weg stehe.

Vielleicht müssen wir manchmal nur einen Schritt an die Seite treten, um Platz zu machen für das Neue, das entstehen will.

Ich staune hier an meinem Sicheldünenplatz. Der Anschubser für mein Schreiben war so intensiv. Eine Idee, die ich schon so lange in mir herumtrage, bekommt Gestalt. Mein ganzer Blog, eine Sammlung von Orten, mit denen ich in Resonanz gegangen bin. Nun geht es darum zu sichten, zu ordnen, zu verstehen und zu verdichten.  Nicht zu fragen, was ist das Wichtige oder Wichtigste, sondern :

Was ist mir bis heute nicht egal, wenn ich es nochmal lese. Das können auch nur zwei Sätze sein.

Rotgelbes Dünengeflüster!