Plitsch-platsch am Rande der Cook-Strait

P1000347oder Paddeln von der Robin Hood Bay

bis zur Ocean Bay

in den Marlbourough Sounds

26.1.

 

 

P1000344Blauer Himmel, ein bißchen Wind, heiße Sonne. Ich creme mich gut ein und nach dem ich kein einziges Teil vom Klepperli vergessen habe, stehe ich um halbzehn unten am Wasser. Boah … paddeln in den Marlbourough Sounds – boah, jetzt muß ich mich fast kneifen. Ganz vorsichtig taste ich mich auf dem Wasser voran …. ich brauche eine kleine extra Portion Mut in so unbekanntes Terrain vorzustoßen. Wird der Wind zu stark, gibt es irgendwelche Strömungen, irgendwelche spitzige unsichtbaren Felsen … diese Gedanken gehen mir durch den Kopf während ich langsam und gleichmäßig durchs Wasser ziehe.

 

P1000259 P1000274 P1000280

 

 

 

 

 

P1000292

Ein anderer Paddler kommt mir entgegen – ich frage ihn natürlich sofort, „Hi, how are you and how is it out there?“ „Oh its fine, a little bit windy, but ok „, seine Antwort, die mich riesig freut. Also gehts weiter um die turbulente Ecke und dann bin ich mit mir und dem Wasser und den Felsen in allen Variationen alleine. Ich bin wirklich am Rande der Cook Strait und wenn jetzt eine Fähre fahren würde, könnte ich sie sehen.
Ich sehe aber mehr das Felsufer, mit seinen Zinnen, Spitzen und rauhen Gestein, seh das gelbe großblättrige Seegras, das sich mit den Wellen hin und her wiegt und die Felsinseln, die spitzig aus dem Wasser ragen.

 
P1000293 P1000285Und dann sind da die Höhlen, die gurgeln, schnaufen und das Wasser wieder ausprusten. Wie weit traue ich mich wohl da hinein. Am Anfang ganz wenig, aber auf dem Rückweg siegt meine Neugier.Bis zur Ocean Bay wollte ich paddeln, der Strand, wo die Straße unten vorbeikommt.

 

P1000298 P1000310 P1000317

 

 

 

 

 

Ein kräftiger Wind bläst mir aus der Bucht entgegen. Ich drehe um und habe jetzt den Wind im Rücken.

 

P1000307Also wird jede Ecke ausgepaddelt. Nochmal hier her rum, nochmal hinter den Felsen gucken und da schnaubt und gurgelt es, rumort und jault aus der Tiefe der Höhle. Es ist das Wasser, dass irgendwo im Innern an die Felsen brandet und wieder zurück wabbert. Es klingt fast ein bißchen unheimlich, so als ob es hier einen Pfad in die Unterwelt geben würde. Ich steck nur ein bisschen meine neugierige Nase hinein und horche, welche Wesen da wohl umeinander treiben. Leider verstehe ich ihre Sprache nicht. Zwischendurch schaut Möwe bei mir vorbei, sie fliegt fast auf Augenhöhe mit mir. „Ob ich da wohl was für sie habe“, ich verneine, nehme mir aber vor beim nächsten Mal etwas Brot dabei zu haben.

 

P1000264 P1000266In der Ocean Bay Bucht wird der Wind stärker, böiger und ich beschließe direkt gen Heimat zu paddeln. Das ist gut, denn eine kräftie Brise kommt auch aus meiner Bucht heraus. Aber nachdem ich letztes Jahr schon mal Bora gepaddelt bin, weiß ich das gleichmäßiges Plitsch-platsch mich langsam aber sicher dahin bringt, wo ich hin will.
P1000288 P1000342Mein erstes Seeabenteuer in Neuseeland!
Ich bin diesmal gefühlt so anders hier. Lasse mir viel mehr Zeit und verbringe einen gemütlichen Nachmittag im Womoschatten mit Blick aufs Wasser und die anrollenden Wellen am Strand.
Mein erstes kleines Schwimmerli, dass ja auch gleichzeitig Dusche ist, habe ich in einer kleinen Sandbucht unterwegs gemacht. Das Wasser ist kühl, 18 Grad vielleicht, aber es erfrischt herrlich.

P1000349 P1000345Zuhause gibts einen gemütlichen Kaffe, irgendwann räume ich das Boot wieder ein und schreibe ein bißchen. Gen Abend wird der Wind wieder weniger, oder merke ich ihn nicht, weil ich im Windschatten vom Brumm sitze. Es ist saugemütlich. Mein obligatorisches Fresschen und ein Glas Vino runden diesen Abenteuertag ab. Ja, so liebe ich das!

Auch wenn plötzlich wie aus dem Nichts Nebelschwaden daher wabern, ein paar dicke Böen und der warme Nordwind hat dem kühlen Südostwind Platz gemacht. Binnen kurzer Zeit hat es nur noch gefühlte 16 Grad Ich verzieh mich nach innen, bring noch zwei Moskitovorhänge an, bevor der angekündigte gemütliche Abend beginnt. Im übrigen wußte ich das mit dem Wetter – es war genauso vorher gesagt, chilli southeasterlies, maybe some raindrops.

GPS: S 41°21′ 20“ E 174° 04′ 22“

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.