Piratenschiff, Guadalquivir und die rosaroten Flamingos

oder im verwunschenen Flußdelta bei Trebujena

12.und 13.2.


Im Flußdelta vom Guadalquivir rolle ich ganz lange die Schotterpiste entlang. Es ist Wochenende und die schönen Plätze sind fest in Spaniens Hand. Die Sonne scheint und alle haben Freude am Draußen sein, Grillen, Fußball spielen, Quad fahren oder mit Wasserbikes umeinandertoben.

 

 

 

 

 

Der Guadalqivir ist fast so etwas wie ein Grenzfluß. Um nach Portugal zu kommen muß man die Brücke bei Sevilla überqueren oder man nimmt die ganz kleine Fähre vor Dos Hemanos. Ich bin aber noch weiter südlich und fahre erstmal hinunter bis zum Delta, da wo die Flamingos in den Sümpfen nach Leckerbissen suchen. Weit ab vom „Schuss“ finde ich das Piratenschiff, gestrandet an einer ehemaligen Sandabbaustelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist es ruhig, hier bleibe ich und genieße die Sonne, erforsche noch ein paar trockene Schlammwege. Am nächsten Tag ruft Bürokratie …. iiiih, ich habe ein Knöllchen gekriegt, das war in meiner deutschen Post. Naa gut, dann muß mein Geldbeutel ein bißchen geplündert werden und es gibt einen Kaffee weniger, nicht wirklich. Mein Nomadenleben hier draußen im Irgendwo ist so preiswert, schließlich stehe ich ja zum Nulltarif und kann ein bißchen den spanischen Straßenbau unterstützen.

 

 

 

 

 

Ich rolle noch die 20km bis es nicht mehr weiter geht, vorbei an den Flamingos, den Salzfeldern zu einem Schild, das mir sagt, hier ist Privatweg. Ein bißchen zu Fuß weiter. Stehen bleiben tue ich hier so nah am Meer nicht. Einst hatte sich ein Womo hierher verkrümmelt und fand sich nachts umzingelt von Polizisten mit Gewehr im Anschlag wieder. Sie vermuteten Drogenschmuggel.

 

 

 

 

 

Hier weiter oben wird nix mehr vermutet und ich stehe ungestört. Suche mir ein kuscheligeres Plätzchen am Ufer. Die Spanier sind wieder auf dem Rückweg zu ihrer Arbeitswoche und ich kann mir den schönsten Platz aussuchen.

 

 

 

 

 

Nebel legt sich über den Fluß und läßt in der Früh der Phantasie viel Raum. Die Sonne taucht kurz auf, verschwindet nochmal im milchigen Nebelgrau, bevor sie die letzten Tropfen verdunstet und den Blick wieder frei gibt auf den Fluß, die Bäume und mich mittendrin. Nomadenleben.

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