oder die große Bucht Cap de la Rayma …
31.12.
Guten Morgen, guten Morgen du Wüstensonne, goldgelbrot in meinem Rücken und guten Morgen ihr Atlantikwellen. Da bin ich wieder auf hellem Sandboden nahe der Küste weit hinter El Argoub, nahe dem Cap de la Rayma. Ich finde einen schönen Platz auf festem kiesigen Boden, hinterhalb des Strandes. Wellen rauschen heran. Im fernen Osten eine Bergkette ansonsten nur sandige Weite mit ein bißchen Büschelgras. Und jetzt muß ich Pisten sorgsam betrachten, denn der Sand wird mehr!
Und so beginnt mein Neues Jahr unter großen freiem Sternenhimmel mit einem fast kugelrunden Mond, der schon vor der Finsternis der Nacht sichtbar ist. Klare, reine Luft. Abends kontrolliert das Militär meinen Paß (das ist üblich hier) und wir wünschen uns gegenseitig ein gutes Neues Jahr. Sie sind so freundlich, machen halt ihren Dienst aber haben überhaupt nix von Einschüchterungsallüren. Immer wieder bin ich erstaunt über diese Freundlichkeit. Autoritätspersonen, die ihre Autorität nicht raushängen lassen.
Und gestern: Ich rumpel meine etwas sandige Piste wieder zurück. Seh noch in der Ferne das Camp, bevor ich wieder hoch auf die N1 schnurre. Nun begebe ich mich mehr und mehr in Wüstenweite. Eine Gruppe dunkelhäutiger Afrikaner marschiert gen Dakhla. Flüchtlinge? In El Argoub wird getankt. Ein kurzer Blick hinunter zum Strand. Steil hinunter und durch ein kleines Sandfeld. Da muß ich jetzt durch und komm auch wieder gut hoch. Unten viele Marokkis beim Angeln und ein anderes Womo. Übernachten sollte man hier nicht. Sogar das Hinunterfahren ist eigentlich laut Tafel verboten. Aber daran hält sich keiner.
Ein Schild am Straßenrand und eine Karte von der Gegend. Willkommen am nördlichen Wendekreis oder den Wendekreis des Krebses. Hier steht die Sonne an der Sommersonnenwende senkrecht im Zenith. In der Antike stand hier die Sonne im Sternbild Krebs, deshalb der Name, flüstert mir Wikipedia. Nun bin ich sozusagen in den Tropen. Die Sonne brennt warm, sehr warm!
Irgendwann biegt die Straße zu dieser Bucht am Cap de la Rayma ab. Ich halte schon Ausschau nach möglichen Übernachtungsplätzen, wenn es mir unten nicht gefällt. Verlassene Hütten neben Kiesbergen. Weiter unten eine große Bucht an deren Ende Fischerbehausungen vor sich hin dümpeln. Lauschig ist was anderes. Ein großes Expeditionmobil steht direkt nebenan. Da wird sicherlich viel Tee getrunken. Nein, das lohnt sich nicht hier durch den Sand zu schlittern.
Ich kehre um und sehe diesen fahrbaren Weg hinunter. Zu Fuß gestestet und für gut befunden. Brummeli rollt die feinkiesige Piste hinterhalb des Strand entlang, bis es zu sandig wird. Das Nomadenzelt in der Ferne scheint unbewohnt. Hier ist es gut hier bleibe ich.
Ein würdiger Neujahrsplatz – vor allem deshalb würdig, weil nix da ist, außer Sand, Meer, Büschelgras und ein riesiger Sternenhimmel in der Nacht und ein fast kugelrunder Mond am frühen Abendhimmel. So klare Luft!























