Nahe der einsamen Klause Kimiseos

oder zwischen Regentropfen und Berggipfeln

6.10.

 

Hoch oben in den Bergen, da wo die Wolken die Gipfel berühren, genau da stehe ich auf einem Plateau. Weiße Wolkenfetzen steigen vom Tal auf. Graue nasse Wolkenschleier hüllen mich ein und der Regen trommelt sein Lied vom Kommen und Gehen. Wetterfrosch, wo bist du denn? Er hat sich in die hinterste Ecke von meinem leeren Olivenglas verkrümmelt, seine Patschhände über die Augen. Will nicht hingucken, zwinkert er mir zwischen seinen Fingern durch. Schaut doof aus.

 

 

 

 

Und genau deshalb stehe ich hier oben, Face to the Windboen und lausche der Regentrommel und nicht weiter unten auf einem matschig schlammigen Feldweg, der sich vielleicht gerade mitten in der Metamorphose zum Wasserlauf befindet. Ursprünglich war anderes geplant, aber Leben hat seinen eigenen Kopf und dreht den Meinen in die Richtung, die es für richtig hält. Und wenn ich mich sträube macht es Autsch.

Unterhalb von mir ein kleines verlassenes Bergkloster. Nicht markant auf einem Gipfel, sondern versteckt zwischen Bäumen und Weinfeldern. Mönche haben schon immer gern Wein getrunken. Ihr monotoner Singsang braucht den Schluck Leben. Ihre trockenen Kehlen könnten einrosten und das Echo ihres Glaubens würde zwischen den Bergen verstummen.

 

 

 

 

Jetzt sind sie aber ausgezogen, vielleicht in ihr Winterquartier, nahe am Meer, wo es wärmer ist. Die Bergklause stimmt sich auf einen langen, einsamen Winter ein, indem es kein Kommen und Gehen mehr gibt, kein Singen und Beten, sondern nur die tiefste Stille eines verlassenen Hauses. Ein paar Hunde streunen umeinander, ein kurzes heiseres Bellen.

Und weil das Wetter noch schön ist, mache ich mich auf die Suche nach der alten Brücke. Steige immer tiefer hinab und marschier den Weg entlang. Irgendwann zwischen Dornengestrüpp und vertrockneten Bachläufen endet er. Große Kiesel liegen herum, das Wasser plätschert lustig drumherum und ich habe keine Lust auf nasse Schuhe. Von der alten Brücke ist nichts zu sehen.

 

 

 

 

Gut dass ich schon lange vorher woanders den Schildern gefolgt bin. Ein Feldweg führte hinunter. Brummeli bleibt oben und unten finde ich tatsächlich eine schöne alte Steinbrücke. Eselskarren und Menschleins folgten hier ihrem Weg über den Fluß auf die andere Seite. Schwerbeladen oder leichtfüßig betraten sie die steile Brücke und hofften auf das Glück auf der anderen Seite. Heute kommen nur noch Besucher hierher, denn der Weg endet dahinter im Nirgendwo. Das Glück lauert tief hinter dem Gestrüpp irgendwo, vielleicht.

Ich tapse meinen Weg wieder zurück, hoch auf mein Plateau und folge dem Ruf von meinem guten Blogadmin, der mich mal wieder aus der Misere rettet. Am Morgen tauchte ein fettes rotes Ausrufungszeichen auf. Stopp, du kannst keine Bilder mehr hochladen. Oh je – Hilfe, was soll ich tun.

Ich lösche ein paar Bilder von einem Uraltblog, den sowieso keiner mehr liest, ich auch nicht. Der kann in den Mülleimer. So schaffe ich mir Platz für neue Bilder. Aber ich muß für jedes Neue drei alte löschen, so ungefähr jedenfalls. Und während wir ratschen startet er nebenbei eine riesige Aufräumaktion. Jippiejeih ich kann wieder schreiben und muß nicht um jedes Bild feilschen.

 

 

 

 

Und so können meine Bilder vom See, diesem herrlich kitschig türkisblauen See auch heute mein Geschreibsel verschönern. Mit dessen Umrundung begann doch der Strawanztag, der hier oben endet. Mal sehen, wo mich Leben heute hinführt. Auf jeden Fall zum Einkaufen, denn meine Kombüse ist leer.

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