Grimmlawina vor Korfu

oder auf regennassen Strassen durch die Berge hinunter zum Meer

7.10.

Blitze zucken umeinander wie wildgewordene Hunde, Donnergrollen läßt sogar mein Womo rappeln und ich sitze senkrecht im Bett. Ein heftiges Gewitter tobt über mir, dem Meer und den Bergen.

Ein Gewitter – nein, eins nach dem anderen wird von den heftigen Böen hierher getrieben, verheddert sich in den braunen Berggipfeln und kommt wieder zurück. Eimerweise Regen wird über mir ausgeschüttet und ich frage mich, ob ich morgenfrüh im Wasser stehe und nicht mehr unterscheiden kann, was Meer und was Pfützensee ist.

 

 

 

 

Ich stehe ganz unten am Ufer, Face to the Windböen, geschützt durch einen kleinen Hang. Zehn Meter weiter rollen grünblaue Wellen heran, oberhalb die Straße zur albanischen Grenze, die wenig oder fast überhaupt nicht befahren ist. Weltuntergangsstimmung in der Nacht, gespenstische Himmelslichter und wütendes Wolkengezänk, dazu ein Meer aus Regentropfen, die zumindest den Staub vom Womo mit Leichtigkeit wegwischen.

Der kleine See auf meinem Platz ist nicht größer geworden und das Meer ist auch nicht näher herangerückt und kein Tropfen Wasser hat sich ins Brummeli verirrt. Und dann lugt sogar mal die Sonne kurz hinter dunklen Wolken hervor.

Das ist auch Leben mit und in den Naturgewalten.

 

 

 

 

Schon gestern in der Früh hatten sich die Wolken ihr Regenkleid angezogen und sind den ganzen Tag heftigst mitmarschiert. Sie da oben werden ja nicht nass, nur wir kleine Menschleins hier unten….Ich steige kaum aus, denn Regentropfen verwandeln die Linse schnurstraks in ein unscharfes Gewirr von Formen und Farben. Von innen geht es einfacher, eine schöne alte Brücke, altes Gemäuer, ein kleines Dorf. Kein Mensch ist bei diesem Sauwetter unterwegs.

 

 

 

 

 

In Ionnadis wird eingekauft, ein bißerl umeinander geirrt, weil ich Add Blue brauche. Auf noch kleineren Sträßchen geht es hinunter ans Meer bei Sagiada, gegenüber von Korfu. Von der Insel ist aber nix zu sehen, erst am Morgen schimmert eine kleine Shilouette hervor. Die Dunkelheit wird von den dunkelschwarzen Wolken noch dunkler gemacht und innen ratsche ich herrlich mit Renate. Trotz Wetter funktioniert Internet wunderbar.

 

 

 

 

Der Morgen vertreibt den Spuk der Nacht. Wetterfrosch hatte schon davon gemunkelt. Die dunklen Wolken haben sich in Korfu verfangen, der Regen hat aufgehört und die Wellen, oder kleinste Wellchen plätschern munter vor sich hin. War da was?, könnte ich jetzt fragen und wieder einmal zeigt sich das Kommen und Gehen aller Phänomene,- von Wetter, zu Gefühl, zu Gedanke, zu Leben, ein stetiger Fluß von Veränderung. Das was bleibt ist die Veränderung.
Genug der Philosphie jetzt wird nach Albanien gefahren.

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