Lake Tennyson

P1000817oder über Hanmer und Jacks Pass

hinauf zum See Lake Tennyson –

ein kleiner blauer Juwel

in den braunen Bergen

 

 

15.2.

 

P1000800Iiiiih, ich habe einen Platten … so gemütlich habe ich meinen Kaffee getrunken, meinen Blog hochgeladen und will eigentlich früh am See sein, – so meine Gedanken am Morgen.
Was ist das, irgendwas ist merkwürdig. Ich fahre noch über die Brücke und dann ist ein guter Platz zum Halten …. tja, mein rechter hintererer Reifen ist platt. Hhhmmm, das Werkzeug zum Rad-abmachen finde ich, aber der Wagenheber. Ich erkenne ein Drum nicht als solchen und da ich ja beim ADAC bin und hier eine Visitor Mitgliedschaft habe, rufe ich an. Nach einer Stunde ist mein Reserverad dran und ich brauchte keine 160 Dollar zu zahlen. Da hat sich doch die Registration beim hiesigen AA sehr gelohnt! Bei der Tankstelle 20km weiter gibt es einen Neuen, den mir dann meine Firma wieder ersetzt. Mei, was habe ich für ein Glück, dass mir das hier in der Zivilisation passiert ist. Jetzt weiß ich genau, wo was ist und hingehört. Hab mal wieder ganz doll viel Massel gehabt. Da ist doch jemand, der sakrisch auf mich aufpaßt. Danke!!!

 

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Mein Reifen ist erst um zwei fertig. Also verbummel und vertrödel ich die Zeit in Hamner, ein richtig kleiner Touriort. Wesentliches Kennzeichen, die heißen Quellen. Da zieht es mich nicht rein, es ist heiß genug draußen. Ich wandere umeinander, gucke hier und dort, habe aber nicht wirklich Lust etwas zu kaufen, dass ich dann doch nicht brauche. Auch schöne Fotomotive sind rar gesät. Irgendwie sind die Städtchen doch immer gleich.

 

P1000807 P1000809Eine Straße mit Geschäften, vielleicht noch eine Seitenstrasse, eine unscheinbare Kirche, eine Bibliothek mit Aushängen, ein paar Leute, die Kaffee trinken, Autos, de kommen und gehen und Schaf-Geschäfte, die teure Merinoklamotten, in die ich dann doch nicht reinpasse, verkaufen. Ein spätes Frühstück zur Mittagszeit im Schatten und um halbdrei ist dann Autochen wieder startklar.
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Ganz langsam, superlangsam und vorsichtig rolle dich die 35 km in die Berge zum verstecktten Lake Tennyson. Ein kleiner, kühler See in diesen „Himalayabergen“.Ah, ist das gut hier draußen.
April und John, meine Nachbarn von Molesworth, sind schon da und freuen sich riesig, dass ich komme.Schnell ist meine Reifengeschichte erzählt und John schaut gleich, ob er seine canadische ADAC Karte dabei hat. Stolz hebt er sie in die Luft und natürlich wollen sie sich auch gleich ihre Visitor Membercard besorgen.

Zwei junge Leute sind noch am Platz, Melanie, die seit ihrem Abi schon zwei Jahre duurch die Welt tourt und Hans, ein Österreicher, der auch eine kleine Weltreise macht und hier mit dem Radl umeinander gurkt.
Wir sitzen zusammen bei einer Flascche Wein und erzählen Geschichten aus dem Leben, vom Himalaya, von Kambodscha, von Aman, wo April und John lange gelebt und gearbeitet haben.

Sie als Krankenschwester, er als Doktor. Beide sind viel in der Wüste gewesen, haben dort gecampt. April ist sehr sensibel und achtet darauf, dass alle am Gespräch beteiligt sind, so aufmerksam.

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Vor der gemütlichen Runde war ich noch schwimmen. Der See ist sehr flach und ein wenig sumpfig, das Wasser erfrischend kühl. Nach dieser ganzen Staubpiste eine Wohltat. Die anderen mahen es mir nach. Normalerweise ist der See viel, viel kühler wurde mir erzählt.

Abendessen bruzzelt jeder für sich und dann wirds auch langsam dunkel, so gegen 9.

 

P1000820Ja, mein Neuseeland diesmal hat so viel anderes mit mir vor. Ich bin froh über meine Gelassenheit und auch ein Platten gehört zum neuseeländischen Alltag. 12 Reifen hatte er gerade in Arbeit, mein Tankstellenmechaniker.
Und vom Erdbeben im Christchurch, das gestern war, habe ich nix mitgekriegt, hier im Hinterland. Ich lese alles in der Zeitung und werde wohl bei Christchurch diese Sumner Route streichen. Sie wird sowieso gesperrt sein, weil Felsen abgebrochen sind und mir ist das Risiko zu hoch ist, denn weitere Beben werden erwartet. Und auch das ist neuseeländischer Alltag, nicht in dieser Stärke, aber kleinere Wackeleien kommen häufig vor.

Mal wieder ein intensiver Tag und ganz anders, als wie geplant.

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