Große Pisten, kleine Pisten und weiter gen Bir Gandouz

oder weißer Sand, Kiessand und eine Minioase

2.1.

Uuups, was ist denn das? Kleine Regentropfen kullern das Fenster hinunter, von der Ferne rauscht das Meer und ich stehe etwas abseits des Kiesgrundes auf einem kleinen grünen Flecken mit Baum. Es riecht nach Kräutern. Brummeli steht gut. Ein Nomade kommt mich besuchen und erzählt mir von Minen weiter hinten. Ich bleibe sowieso nur auf guten Spuren und fahre auch nicht weit einfach in die Wüste rein. Vorsicht ist da doch ein bißerl geboten. Warntafeln wie damals in Bosnien gibt es sicherlich keine.

 

 

 

Hier ist es ok, sagt mir der Nomade mit seinem schwarzen Turban und langem Kleid. Was er erzählt kann ich nur raten, denn seine französischen Brocken sind auch nur wenig. Sein Zuhause ist weiter gen Ende der Spur. Die Sonne scheint warm und es ist wirklich so, dass es immer wärmer wird. Nachts kann ich alle Fenster auflassen.

 

 

 

Die Route zum See habe ich verpasst, es war nur eine kleine Spur auf Kiesgrund. Vielleicht am Rückweg. Internet gibt es wenig hier hinten, nur sehr schwankend. Zum Schreiben fahre ich heute morgen dann wieder näher an die Straße. Ich schlafe gut hier draußen und wundere mich, daß ich das Meer so höre. Der Schall wird weit über die kiesige Fläche getragen. Spannend.

 

 

 

Und wo kam ich her. Dank meiner eigenen Spuren finde ich gut den Weg zurück zur N 1, die sich hier durch die Wüste windet. Mal weißer sauberer Sand, dann wieder kiesige Weite. Eine kleine asphaltierte Straße nach links lockt. Nur ein bißchen gucken. Und aus dem bißchen werden ein paar Kilometer mehr einfach Richtung Wüste. Auf halber Strecke ein verlassenes Haus, quietschende Türen im Wind. Fast hört man noch das schlabbern der Kamele die tief aus der Wüste kamen. Irgendwann mutiert das Sträßchen zur Piste und endet an verschiedenen Spuren. Umkehrpunkt.

 

 

 

Grosse Weite da hinten, Endlos-Land. Und doch kommt irgendwann mal der große Sandwall als Grenzschutz weit vor der echten Grenze. Aber auch da bin ich noch sehr weit entfernt. Ein anderes Täfelchen weist den Weg zu Point Noir. Kurz vorher muß ich ein tiefes Sandstück bewältigen. Lohnt sich das, frage ich mich, denn bleiben will ich ja sowieso nicht. Ich entscheide mich gegen die Sandpartie und rumpel wieder zurück. Etwas später wieder eine verlockende Piste. Über einen Buckel hinüber und dann zu den paar Felsbrocken. Hier könnte ich bleiben. Ich schau ein bißerl nach schönen Plätzen bin aber doch sehr sichtbar für Militär und Funkmasten. Da wohnt dann meistens auch Militär, aber vor allem blinkt er in der Nacht zu mir herein. Man ist ja nicht anspruchsvoll!

 

 

 

Noch ein bißchen weiter ist der See auf arabisch angekündigt, aber ich verpasse den Abzweig. Das war wohl diese unscheinbare Kiespiste. Etwas später nochmal so eine Kiespiste. Sieht eigentlich auch aus wie ein ausgetrockneter See. Weiter rechts eine Nomadensiedlung und ich biege links Richtung diesem grünen Flecken Erde ab. Und da stehe ich in herrlich heißer Sonne neben einem Baum.

 

 

 

Hatte ich nicht mal gesagt ich erforsche alle oder zumindest viele Sträßchen und Pisten – ja, dem folge ich auf dieser Marokko-Tour, spannend!