Auf nach Albanien

oder rumpelige Straßen, überschwemmte Schotterwege und ein Platz in den Feldern

8.10.

Der Regen hat aufgehört und neugierig wie ich bin, fahre ich das kleine Küstensträßchen bis zum Ende. Hier haben sich Fischfarmen angesiedelt. Muschelbänke und Fischaufzuchtringe zieren das Wasser.

Das Sträßchen ist von dem vielen Regen von kleinen Erdrutschen ramponiert. Der Wegsaubermacher ist schon am Werk. Immer wieder schaue ich hinüber nach Korfu, hinüber in eine dunkle Wolkenwand. Das Tief wütet noch weiter. Am Ende ein bißerl Dreck, die letzte Farm und das letzte Zipfelchen Griechenland.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich dreh um und warte auf die Grenzformalitäten. Nach Covid wird nicht gefragt. Kein Mensch schaut in mein Womo.Auf löchriger Straße geht es weiter. Ich muß mir eine Internetkarte besorgen, denn Roaming wird teuer. Albanien ist nicht EU und Geldwechseln muß ich auch. Beides finde ich in der nächsten großen Stadt Saranda. Eine Tourihochburg am Wasser. An der Uferpromenade finde ich Vodafone und für ca. 13 Euro bekomme ich 20GB für 21 Tage. An einen der vielen ATM wird Geld gewechselt, 121 Lek sind 1 Euro. Jetzt bin ich gerüstet.

 

 

 

 

Die Menschen sind auch hier sehr freundlich und helfen wo immer sie können. Als ich schon spät am Abend bei einem Kircherl lande kommt noch der Mopedfahrer extra angefahren und entschuldigt sich, das er mir den falschen Weg gesagt hatte. Ich war es aber die falsch abgebogen ist und dann eben auf der Piste bei dem Kirchel landete.

 

 

 

 

Ursprünglich hatte ich ein paar schöne Buchten im Sinn, aber durch den Regen sind die Pisten aufgeweicht und Pisten in Albanien sind nochmal mehr Pisten. Ich probier einige aus, aber … Wetterfrosch hebt warnend seinen Finger. In der Nacht regnet es nochmal … drei fette Tropfen auf der App und da bin ich doch ein wenig vorsichtig einfach durch Überschwemmungen weiter zu fahren. Die Wege werden rutschiger und ausgewaschener.

 

 

 

 

Die erste Piste erforsche ich nur zu Fuß, – nein, die zweite fahre ich relativ lange mit ein bißerl Bauchweh bis zu dem kleinen Fischteich. Der Fischer sagt zwar ich könne weiterfahren, er hat unten sein Restaurant, aber schon jetzt waren ein paar kritsche Stellen. Bei Trockenheit kein Problem, in der Nässe ist Vorsicht angesagt.

 

 

 

 

 

Also zurück. Oben das Kircherl beim Friedhof ist mir zu nah an der Ortschaft. Den kleinen Platz zwischen den Feldern hatte ich schon aus dem Augenwinkel gesehen. Nahe der Miniseilzugfähre über den kleinen Meeresarm liegt er relativ geschützt und so komme ich wieder hierher zurück. Ksamil will doch angeguckt werden und ich bin quasi um die Ecke davon. Ein paar Hunde bellen noch, dann ist Ruhe. Und am Morgen herrlich blauer Himmel!

Ankommen in Albanien – es mutet auf den ersten Blick an wie Marokko. Verkommene Häuser, Wellblechhütten und daneben extreme weiße Tourihochburgen. Der Gegensatz könnte nicht schlimmer sein. Männer auf ihren Mopeds, Kühe und Ziegen auf der Straße und fette BMW s, die vor den Hotels parken.

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