oder eine Piste hinunter in die Weite zu den Sandbergen…
5.1.
Aufwachen an Rande der weissen Dünen und zwei Krüppelgewächse als Orientierung. Der Wind huscht über mich hinweg und verweht langsam meine Fußstapfen im Sand. Brummelis Spuren bleiben sichtbar auf kiesigem Grund. Ein wunderbarer Platz. Eine Krähe begrüßt mich mit ihrem heiseren Kra-ka. Für einen Moment verweilt sie auf den grünen Zweigen, die noch aus dem Sand hervorragen. In nicht allzuweiter Ferne wird auch hier die Düne gewachsen sein und man kann vielleicht nur noch ahnen, das es einst Bäume gab. Der Sand holt sich das Terretorium zurück.
Und gestern,- nicht viel. Ich rolle die Piste weiter, die auch auf die N 1 führt. Und dann Richtung Nord. In Bir Gandouz wird nochmal getankt. Was werde ich mich irgendwann mal nach diesen billigen Dieselpreis sehnen. Um die 80 Cent der Liter. Einkaufen brauche ich nix, also winke winke Lamhiriz und weiter auf der N 1. Ich habe noch diesen See im Blick. Wahrscheinlich hätte ich meine Übernachtungspiste weiterfahren sollen, dann wäre ich ans Wasser gekommen.
Ich biege jedenfalls auf die „verpasste Piste“ ab, komme aber nicht weit. Der See in grosser Ferne und das Gebiet nicht wirklich vertrauenswürdig. Keine Ahnung wie weich der Kies und Boden weiter unten ist. Also nur eine Fotorunde. Ein Wasserturm und ein Häuschen lockt. Die Piste führt weiter hinunter in Wüstenland. Mal gucken wie lange sie fest genug ist.
Erst bis zum grünen Rand. Rechts liegt ein ausgetrocknetes und versandenes Wadi. Die Spuren sind aber immer noch gut genug. Ich rolle weiter und noch weiter bis zu den Dünenbergen. Mei, ist das schön hier. Brummeli gesellt sich zu den beiden Bäumen, Face to the wind. Hinterhalb ist es still. Zu Fuß geht es weiter. In den nächsten Dünenbuchten ist es nicht wirklich weniger windig. Der Sand ist zwar fest genug, um reinzufahren, aber lauschiger ist es auch nicht. Ich bleibe bei meinen Bäumen.
Und oben auf der Düne verweht es mich fast. Viele kleine Sandkörner finden ihren Weg überall hin, an meinen Zähnen knirscht es und meine Ohrwatschel fühlen sich wie Schleifpapier an. Nase-bohren ist jetzt das Gebot der Stunde, damit sich keine Sandhügelchen bilden und ich zuviel niesen muß. Vor der obersten Spitze dreh ich um. Bei dem Wind könnte ich den Ausblick nicht wirklich genießen. Und so bleiben nur Fußstapfen im Sand. Die Abendstimmung färbt die Dünenwelt und ich schwelge in der Farbenpracht bis die Sonne untergeht.
Und dann,- so toll habe ich noch nie den Mond aufgehen sehen. Tief-gelb-rot krabbelt er den Sand empor und wird zu einer leuchtenden Kugel. Fast schaut er genauso aus, wie eine untergehende Sonne – nur die Dunkelheit drumrum zeugt von der Tiefe der Nacht. Spannend!



















