Ein Weg von Akka Irhen nach Akka Irhèm

oder schöne braune Schlängelpiste anstatt Asphaltgebrumm

20.2.

Und ich rolle weiter und weiter in dieser Nixlandschaft, in diesen rotbraunen Bergen, durch viele Oueds, mal kiesig, mal steinig, mal wunderbar schnurrig festsandig. Die Piste ist fast schon Straße und wird sicherlich bald asphaltiert sein. Jetzt ist der Belag noch rumpelig steinig. Also fahre ich oft die kleine Nebenpiste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was brauche ich zu meinem Glück? Eine Piste, Sonne, Nixlandschaft und viel, viel Weite um mich herum. Das sind meine Kunstwerke, die ich besichtige, die ich einatme und tief in mich hineinnehme. Da ist die tieferfüllte Freude des Daseins. An was docke ich da wohl an, frage ich mich manchmal. Es muß ein tiefglückliches Leben gewesen sein, irgendwo draußen als Nomade im Einklang mit dem Wesentlichen, mit dem Kommen und Gehen, mit dem Rhythmen der Natur, die das Eigene wiederspiegeln. Keine störendes Haben-wollen, vergleichen, besser-sein-müssen etc. Gänseblümchen neben Kaktus, erhabene Berge neben kleinen, fast unscheinbaren Steinen. Alles ist perfekt, so wie es ist. Ein toller Lebensfilm, der sich mir da offenbart.

 

 

 

 

In Akka Irhen komme ich auf die kleine gelbe Staße hinunter nach Akka Irhèm und weiter Richtung Tata. Die Pistenkuh hat aber hier eine andere schöne Strecke. Lange verläuft die Piste an den Strommasten vorbei, entlang der Berge. Wie eine große Schlange windet sie sich auf und ab, hin und her und ihr helles Band ist weit zu sehen. Eine Palmenmoase wird gekreuzt und ich muß mir ein paar Steine legen, damit ich über die Wasserleitung komme. Zwei junge Burschen helfen. Die Wasserleitung ist ein kleiner Graben, zu groß um einfach rüberzurumpeln. Eine Seite ist fest, da liegt ein Rohr verbuddelt und die andere, für die liegen Steine parat. So viel Verkehr gibt es wohl nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann bin ich wieder draußen, weit weg und Brummeli rumpelt und schnurrt zufrieden. Irgendwo gibt es eine kleine Brotzeit, bevor ich wieder auf das dunkle Asphaltband stoße. Bei der Grotte hinter Tata war ich. Ich erinner mich, wie ich dort herumgelaufen bin. Ein Franzose hat sich weit sichtbar aufgebaut und seine Alarmanlage plärrt vor sich hin. Ist das ein Menschenabschreckungsmanöver? Er beschallt das ganze Arreal. Böse Gedanken durchzucken mein Hirnkastl und ich rolle schnell weiter. Eine Piste weiter hinten lockt in die Berge. Aber ich stehe so eng dazwischen, das die Sonne bald weg ist und mir der freie weite Blick fehlt. Da weiß ich was Besseres, nämlich meinen Mittagsplatz von der Herfahrt. Hinter einem Hügel, Blick in die Weite, ungestört von Strasse und Co stehe ich auf steinigem Grund so 10 Kilometer hinter Tata.
Wie gut, dass ich den auf der Herfahrt erforscht habe.

 

 

 

 

Ich genieße draußen die Sonne und ratsche später lang mit Petra. Vielleicht klappt es, das wir uns noch in Spanien sehen. Mein Abendessen bruzzelt und ich bringe schon mal Ordnung in meine Bilderwelt. Dann klappen meine Augendeckel zu und ich tauche in das andere Leben ein, das Traumleben, das immer wieder spannende Geschichten zu erzählen hat.