Der Außenposten von Bir Gandouz

oder Endstation Militärschranke und ein Platz mittendrin irgendwo…

4.1.

Wieder irgendwo im Nirgendwo noch ein bißchen weiter südlich. Wieder so ein Touristik-Schild, das nach kurzer Rumpelpiste auch an einer Militärschranke endet. Zurück auf eine Piste und dann querfeldein bis es mir gefällt. Hier bleibe ich mit Meeresrauschen und Sandgeflüster. Das Sandgeflüster wird heute morgen von einem kurzen Regenrauschen begleitet, einer fetzigen Böe und dann kommt die Sonne wieder. Die letzten paar Tage war es immer so, morgens bewölkt, ein paar Tröpfchen aber dann gewinnt die Sonne wieder die Oberhand und schönster blauer Himmel. Am Meer ein bißchen blauer wie weiter hinten im Sand. Da fliegen mehr Wolken umeinander. Nachts ein großer runder Mond.

 

 

 

Erforschungstour war angesagt. Meine kühnen Pläne von vorgestern ausprobiert. Wenn da doch für Touristik geworben wird, so denke ich mir, müßte die Straße doch weiter gehen. Mal gucken, wie weit ich komme. Ab der Kreuzung von der N1 geht es ins Landesinnere auch nach Bir Gandouz.

 

 

 

Sozusagen der Außenposten, denn dort ist nur noch Militär. Streng mit einem Schlagbaum und einem Wachmann in Vollmontur und Gewehr. Keinen Schritt wage ich mich über den Schlagbaum. Sie sind nett und informieren ihren Kommandeur. Nach Tichla sind’s 300 km und irgendein Jeep kommt aus der Richtung und holt die Post ab. Um in dieses „grüne Naturschutzgebiet“ zu fahren müßte ich von Dakhla Richtung Assouerd oder über Imli. Hier ist nur strenges Militärgebiet, kein Durchkommen für Normalos und Touristen schon gar nicht.

 

 

 

Ich habe es erforscht, verabschiede mich, mach von sehr weit ein Foto, weil natürlich fotografieren verboten ist. Die Strasse wieder zurück. Eine Piste zur Sanddüne lockt. Ich stapfe hinauf und schau nach lauschigen anfahrbaren Ecken. Zu nah an der Straße und vor allem zu sichtbar. Und um richtig nach hinten zu kommen müßte ich ein bißerl Düne fahren und das traue ich mich nicht. Andere Pisten verlaufen sich im weichen Sand und auch da will ich nicht rein. Also ganz zurück und 30 km gen mauretanische Grenze. Rechts wieder eine Piste Richtung Meer. Auch hier das Touristikschild. Weit vorher kommt aber wieder ein Militärschlagbaum. Da geht es auch nicht mehr weiter. Doch zu nahe der mauretanischen Grenze. Also auch hier ein Stückchen zurück und dann links auf eine Piste und querfeldein, bis es mir gefällt. Hier bleibe ich.

 

 

 

Das war jetzt wirklich mein südlichster Punkt. Schöne Westsahara, die Militärs immer sehr, sehr freundlich, noch freundlicher als weiter im Norden und trotzdem konsequent.  Es gibt viele Möglichkeiten irgendwo zu stehen.

Wer „einfaches“ Wüstenfeeling sucht ohne zu waghalsige Pisten fahren zu wollen bzw. können findet hier einen großen Spielplatz.