oder wenn Sehnsucht einen Raum findet…
19.1.
Verwitterte alte Stufen am Rand eines Flußbettes, in dem schon lange kein Wasser mehr fließt. Ich steige hinunter. Der Sand hat sich auf den Stufen versammelt. Platz für nur einen Fuß. Hier ist schon lange keiner mehr gegangen. Die Felsen werden enger und der Pfad führt direkt vor eine Felswand. Hölzerne Reste eines Türrahmens und ein großer Stein, zur Seite gerollt.
Lange Zeit wurde dieser Gang bewacht, heute darf ich hindurch.
Wärme kommt mir entgegen und vorsichtig steige ich tiefer in diesen dunklen Gang, der fremd und doch so vertraut ist. Das Dunkel nicht wirklich dunkel. Ein Licht, so ganz anders als wie da oben in der Welt. Ich gehe weiter. Noch eine Tür. Diesmal muß ich sie öffnen. Der Griff aus altem Holz mit merkwürdigen Zeichen. Auf der Tür verwitterte Striche und Reste eines Kreises. Ich schiebe den Riegel zur Seite und drücke gegen das Holz. Knarzend rückt sie zur Seite.
Ein großer viereckiger Raum. Ich trete hinein. „Das ist ein Vorbereitungsraum,“ murmelt es von irgendwo. „Vorbereiten für was,“ murmel ich zurück. Keine Antwort. Stille, nur das gleichmäßige Pochen meines Herzens. Ich betrache die Wände. Auch hier Reste von Malereien. Verwitterte Farben und alte Schriftzeichen. Hyroglyphen vielleicht. Die Zeit dehnt sich, wird länger bis sie ganz stehen bleibt. „Warte“, wieder so ein Gemurmel von irgendwo.
Still hocke ich auf einem einfachen Schemel in der Mitte. Hier gehöre ich hin, hier sitze ich mit meiner Sehnsucht. Wärme hüllt mich in eine schützende Decke.
Ich steige wieder hinauf in die Welt und weiß, das sich wiederkomme, wenn Warten sich erfüllt hat.







