oder,- wem gehört das Land?
17.1.
Große dunkle Wolken, nur ganz in der Ferne ein Morgenschimmer, schwach und viel zu spät. Schwer beladen mit vielen Regentropfen und müde vom Tragen stehen sie oben am Himmel. Ein graues, dunkles, verwaschenes und verwobenes Etwas,- nur ein Spalt für den Morgenschimmer. Ich knipse mein Licht aus und lausche in die Dunkelheit.
Da höre ich sie wieder. Das leise Getuschel der Soldaten. Vorsichtig schleichen sie durch enge Steine, kaum ein Wort. Eine Zigarette glimmt und ein Gewehrlauf schimmert. Nur kein Geräusch machen. Am Horizont sind die anderen, versteckt hinter Steinen und Felsbrocken. Dazwischen leere Wüste. Schon Wochen sind sie hier, vielleicht Jahre. Unerbittlich im Kampf um ein bißchen Land, harren sie aus, tief eingegraben im Sand.
Wem gehört das Land? Wer darf es bewohnen? Zu wem gehören die Nomaden?
Ich sehe ihre großen Kamelherden, die auf kleinen grünen Flächen im Wüstensand grasen. Sie sind mager. Ziehen langsam von Ort zu Ort, von Brunnen zu Brunnen. Kamele kennen keine Grenzen, kein mein und dein. Sie gehen dahin, wo sie Essen und Wasser finden. Heute sieht man die weißen Zelte der Nomaden, die dem Wind trotzen. Eine Feuerstelle, ein Jeep und ein Handy.
Auf Wüstenpiste direkt neben dem kleinen Wall mit spitzigen Steinen. Bin ich hier langgekommen? Nein, diese Grenze habe ich nicht gesehen. Zurück zum großen Brunnen. Hier enden die Spuren. In der Ferne die Kamelherde, die ich bei der Herfahrt gesehen hatte. Da muß ich hin. Meine Spur klein und unscheinbar und nicht die, der dicken Reifen.
Wieder auf die große Strasse und noch ein bißchen weiter. Ich biege ab. Rumpel wieder über Stock und Stein. Vorbei am See, an dem ich schon mal rastete, bis ganz nach hinten zur goldgelben Düne. Fast alleine auf schwarzem Grund versperrt sie die Spur, die noch gut sichtbar ist. So ist das mit Wanderdünen. Auch sie wollen nicht stehen bleiben, – oder können nicht. Der Wind treibt sie weiter.
Ich bleibe stehen. Für kurze Zeit sieht man meine Spuren auf dem Dünengrat. Neue Muster entstehen bis Regentropfen den Sand hinunter rollen.



















