Zwischen Assa und Foum El Hisn

oder eine steinige Piste zwischen den Anti-Atlas Bergen

24.1.

Langsam verblassen die tausend funkelnde Sterne, der helle Streif der Milchstraße und machen dem Morgen Platz. Die Konturen der Berge werden deutlicher und das frühe Licht taucht meine Nixlandschaft, die gar nicht so nixig ist, in rötliches Licht.
Wieder stehe ich in einem „Gral“, diesmal ein großer und weiter Platz, umgeben von kahlen Anti-Atlas Bergen, ein paar vereinzelte Bäume und Kamele, die in den hohen Zweigen noch Eßbares finden.
Es ist still hier, ganz still. Ein Platz, an dem Gedanken wandern, Träume sichtbar werden und Bilder auftauchen, wie Seifenblasen, sich verdichten, deutlich werden, verblassen und dann uuups, sind sie wieder weg. Ein neuer Gedanke, ein neues Bild! Jeder einzelne ist spannend und jeder einzelne verfliegt, läßt sich nicht festhalten, macht Neuem Platz. Das ist Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern bin ich hier angekommen. Zurück von meiner kleinen Piste in Torkoz, wieder vorbei an der alten Kashbah. Hier haben früher Franzosen Ausgrabungen über das frühe Saharaleben gemacht. Von wann die Mauerreste stammen, weiß ich nicht. Ich schau mich ein wenig an dieser kleinen Oase um, bevor ich Richtung Assa und weiter zu meiner neuen Piste rolle, Richtung Foum El Hisn. Ich könnte es auch einfacher haben und auf bequemer Asphaltstraße fahren.

 

 

 

 

Spannender ist es auf dieser roten, rumpeligen Piste. Ein enger Durchschlupf zwischen den Bergen, dann öffnet sich ein weites steiniges Tal. Oben auf dem Berg die Reste einer alten Wehrburg. Ich laufe nicht hinauf, denn zuerst will ich wissen, ob ich die schwierige Stelle fahren kann oder nicht, sonst müßte ich ja alles wieder zurück.

Die schwierige Stelle ist nur ein bißchen schief, jippiejeii und Brummeli kraxelt problemlos das Qued wieder hinauf. Da gab es schon anderes. Ich komme nur langsam vorwärts durch die rumpeligen Steine. Aber es ist wunderschön. In der Ferne ein Marabout und vorbei an einem Nomadenbrunnen geht die gut sichtbare Piste dem Tal entlang, windet sich um einen Berg in ein neues Tal. Einige Spuren rechts und links führen zu Nomadenlagern, die hier mit ihren Landies (Landrovern) ihre Herden hüten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Piste habe ich von der „Pistenkuh“ und sie ist toll beschrieben und über GPX kann ich ihr folgen und weiß, dass ich richtig bin. Kein Mensch ist hier unterwegs, oder? Ich steig aus zum Fotografieren, Pistenkrabbler mitten auf dem Weg, da sehe ich in weiter Ferne die Staubwolken. Da kommt doch tatsächlich jemand. Also an die Seite gefahren, Schal um den Hals und erstmal uninteressiert mich meinem Fotografieren gewidmet, die Lauscherchen hoch aufgestellt.

Es sind drei Deutsche in ihren Toyotas, die angebraust kommen. Verwunderung auf beiden Seiten. Ein kleiner Ratsch hier draußen im Irgendwo. Dann brausen sie weiter, denn sie haben viel weniger Zeit als ich. Die Piste durch das Draa-Qued wäre sehr einfach sagen sie. (Die war mir ja zu weit alleine).

 

 

 

 

Ich fahre nur noch ein paar Kilometer weiter bis zu den Kamelen. Da wo Kamele sind, kann auch ich bleiben. Ein großer weiter Platz, ein paar Bäume und ich glaube hinter dem Berg ist ein Nomadenlager. Ganz spät rollt noch ein Landie vorbei und ich höre ihn nochmal von hinter dem Hügel. Nicht allzu weit weg von hier ist ein Nomadenbrunnen.

 

 

 

 

Aus meinem „Weinkeller“ im tiefen Bauch vom Brummeli wird ein neuer Kanister hervorgeholt und in der Abenddämmerung schnabulier ich ein Gläschen. Ich bin ziemlich müde, denn die Fahrt über den steinigen Weg fordert volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Die kleinen feinkiesigen Stellen dazwischen sind dann Genuß pur! Und auf so einer feinkiesigen Stelle stehe ich!!

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