Von Zwenzow zum Zierner See und Fürstenfeld/Havel

oder Paddeln vom grossen Labussee

zum Woblitzsee,

vom Zierner See nach Priepert

und über die Steinhavel

bis nach Fürstenfeld/Havel

 

 

30.8. – 1.9.

Nach dem Abschied von Frauke und Heike, packe ich auch meine Siebensachen und will zu bekannten Gefilden. Der Campingplatz am Woblitzsee gefällt mir nicht also gehts weiter nach Zwenzow. Und in der hintersten Ecke baue ich mich auf, auch Klepperchen und es folgt eine Erkundungsrunde.

 

 

 

 

 

Bei starkem Wind gehts am Ufer des großen Labussees entlang und weiter über die Havel zum Woblitzsee. Hatte gedacht, das ist ganz kurz. Pustekuchen. Hin und zurück brauche ich zweieinhalb Stunden. Damit ist die morgige Tour, die ich eigentlich vor hatte geplatzt, denn da hätte ich sieben Stunden Paddelzeit. Das ist zuviel, auch für mich. Das Wetter ist sowieso sehr schlecht angesagt, viel Regen. Also verlage ich die Planung auf morgen.

 

 

 

 

 

Und morgen ist heute und das Wetter ist nicht so schlecht. Kurzerhand packe ich Brummeli mit Boot im Bauch und setze über zum Zierner See. Boah, ist das schön hier. Ein kleiner versteckter Campingplatz am Wald, aber eben nur am Wald und nicht im. Die Zeltwiese, auch für Womos geeignet hat viel Sonne (wenn sie scheint) und ich kann mir einen schönen Platz mit Seeblick aussuchen. Hier ist es gut. Nur noch eine Handvoll Camper sind da. Die Saison ist vorbei.

 

Klepperchen ist schnell wieder aufgebaut und dann gibts eine Erforschungsrunde bis nach Priepert über den Ellenbogensee. Die Motorboote fahren im Kanal langsam an mir vorbei. Auf den Seen paddele ich weit außerhalb der Fahrroute und so ist es ein entspanntes und gemütliches Wasser-platschen. Es ist noch warm, fast schwülwarm und die Mücken schauen sich nach Abendessen um. Von mir kriegen sie nix, denn mein Oliven-Lavendelgemisch nutzt ganz gut. Die Seen sind viel schöner als ich erwartet hatte. Diverse schwimmende Holzhütten haben sich schon ihren Nachtplatz gesucht. Sie verankern im seichten Wasser mit langen Stützen, die sie runterlassen. So schwoit bzw. wackelt nix, erzählen sie mir.
Auf meiner Wiese ist noch ein Paddelpäarchen dazu gekommen. Fest eingemummelt sitzen sie auf der Holzbank und bruzzeln ihr Abendessen, während ich gemütlich im Brummeli hause. Was für ein Luxus, den ich da habe. Ein feines Abendfresschen mit einem Vino und dann klappen auch meine Augendeckel bald zu.

 

Ich bummele ein bißchen rum in der Früh, denn meine heutige Tour ist nicht allzu groß. Nur bis Fürstenfeld/Havel habe ich geplant. Über den Menowsee, die Steinhavel mit ihren vielen Kurven und der Schleuse in der Mitte und weiter über den Röblinsee bis in die Stadt. Weil ich ein bißchen Sorge habe, ich könnte aus Versehen die Fischtreppe runterrutschen (man könnte auch sagen, ich hab da ein bisserl Schiß) drehe ich zu früh um und finde den Wasserrastplatz mitten in der Stadt nicht. Schade, ich wollte mich doch dort ein bisserl umschauen. Meine Sicherheit geht mir aber vor und so drehe ich vor der letzten Kurve um.

 

 

 

 

 

Die Fahrt ist wunderbar. Es sind nur wenige Schiffe unterwegs, das Wasser ist teilweise spiegelglatt und es ist ganz still, auch im Kanal. Man hört die Graueiher schreien und irgendwo platscht etwas ins Wasser. Gemählich gleite ich dahin. An der Schleuse müssen wir ( ein zweiter Paddler kommt noch dazu) auf den großen Dampfer warten. Paddler dürfen immer erst zuletzt in die Schleuse, meistens ist hinter den Schiffen noch genug Platz. Und weil wir so weit hinten sind, gibt es keine Stange zum Festhalten. Also wackeln wir umeinander, während vorne das Wasser in die Schleuse einläuft. Es ist schon spannend, obwohl ich das doch jetzt schon diverse Male erlebt habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt kündigt sich mit einem alten Gebäude an und dann windet sich die Havel zwischen Gärten, Bootsschuppen und an Häusern entlang. Wahrscheinlich wäre es gar nicht so schwierig gewesen, lese ich nachher in meinem Paddelführer. Aber ich fühle mich auch ohne Marktplatz, wie auf einer Wasserstraße.

 

 

 

 

 

Auf dem Rückweg gibt es an der Steinhavel einen kleinen schönen Picknickplatz im Wald. Es ist kühl geworden und so bin ich ganz froh, dass der Weg heute nicht so weit ist, obwohl ich schon eine Fleecedecke um meine Füße gewickelt habe. Noch eine kleine Radlerforschungsfahrt nach Wustrow, denn dorthin will ich morgen paddeln und Brummeli auf mich warten lassen. Es sind nur 10 km mit dem Rad und vielleicht so 20 km auf dem Wasser.
Es soll wieder ein bißchen wärmer werden und vielleicht kommt auch die Sonne raus, sagt mir mein virtueller Wetterfrosch. Und so verzupfe ich mich nach innen,bastele an meinem Geschreibsel und bin neugierig auf morgen.

 

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