Karlu Karlu – The Devil Marbles

oder zwischen Teufelskugeln und Gestrüpp

 

14.8.

„Appa yiwaji – ji“, geh den Pfad, so begrüßt mich die Infotafel am Eingang des Parks. Kurz vor Tennant Creek gibt es diese runden, verstreuten roten Sandsteinkugeln mit einem kleinen Camp unterhalb.

Herrlich kann man hier herumstromern und ein kleiner Pfad führt hinauf zu einem Weitblick in diese Kugel-Landschaft.

Wieder einer dieser geschützten Plätze und ich kann mir gut vorstellen, wie sie hier lagerten, abends die Feuer brannten und Geschichten erzählt wurden, Geschichten in denen sie ihre Wanderrouten festhielten und Geschichten, die ihr „Law“ ihr Gesetz widerspiegelten. Und da ging es manchmal auch schon ganz schön rauhbeinig zu.

 

 

 

 

 

 

 

Sie waren genauso Menschen wie wir und hatten mit den Widrigkeiten des Menschseins zu tun. Neigungen, Abneigungen, Wünsche und Hoffnungen, Glück und Enttäuschungen kamen auch in ihrem Leben vor.

Die Form ein wenig anders, der Inhalt gleich. Glück war vielleicht abends am warmen Feuer zu sitzen, ein Känguruh braten zu können und natürlich eine Frau an der Seite zu haben. Glück bei den Siedlern war vielleicht ein großes Stück Land zu besitzen, auf den die Rinder grasen konnten und Glück heute ist für jeden doch ein bißerl was Besonderes und ändert sich vom Kindsein zum Erwachsenen zum Älterwerden.

 

So wie ich in meinen Flow komme, wenn ich in der Gegend umeinander stromere, Neues entdecke und so eintauchen darf in diese endlose Nixlandschaft …. the Never-never Land, wie ein Dichter mal sagte.

Auf dem langen Weg auf Stuart Highway habe ich Zeit mir so meine Gedanken zu machen.

Die Fahrerei beansprucht mich nicht so sehr und meine Gedanken wandern herrlich zwischen den Welten umeinander. Um mich herum diese typische Scrublandschaft. Rote Erde, ein paar Bäume und Gestrüpp vor blauen Himmel. Irgendwann ein kleineres oder größeres Bachbett, diese Creeks.

 

 

 

 

 

In Aileron halte ich. Die Galerie ist zwar geschlossen, aber die großen Skulpturen von den beiden Aborigines stehen da. Imposant wie sie in die Weite schauen und verbunden sind, der Jäger und die Sammlerin. Lizzards eine willkommene Mahlzeit.

 

 

 

 

In Barrow Creek eine alte Telegraphenstation, die auf dem langen Weg zwischen Alice und Darwin liegt, immerhin 1500 km quer durch die Wüste. Ich komme an Brunnen vorbei, die früher nur mit Windrädern betrieben wurden, heute gibt es Solarstrom, der die Pumpen betätighen kann. Diese Brunnen sind überlebenswichtig.

Ich mache einen großen Sprung heute bis kurz vor Tennant Creek. Auf dem Highway geht es halt doch schneller.
Viele junge Leute sind unterwegs in ihren alten Autos und managen das einfache Leben. Sie umtingeln die Welt, bevor sie sich ins Berufsleben wagen. Sicherlich eine gute Erfahrung so viele andere Kulturen zu entdecken. Wir haben es nicht anders gemacht. Wir ratschen ein wenig miteinander und es erinnert mich sehr an meine Indien und Nepalzeit, wo wir Routen austauschten und die Welt uns in allen Richtungen offen stand.

 

 

 

 

Ich bruzzel mir abends auf dem Grill meine Kartoffeln und genieße Feuerchen. Um mich herum wuselt es ziemlich, aber so ist es an begehrten Plätzen. Es ist schon wärmer geworden und ich lese noch lange in meinem Reiseführer, um ein bißchen die Route zu planen. Juchhuuu der Sommer hat mich wieder und ich brauch mich nicht mehr so einzumummeln.