Großer „Teich“ und kleiner See

P1020563oder Ankommen im Land der zehntausend Seen

„Was kitzelt denn da auf meiner Nase“, habe ich so lange geschlafen? Frech grinst mich die Sonne an, „na willst du nicht aufstehen, ich bin schon lange wach“. Es ist erst viertel vor fünf und die Sonne scheint wie Acht.Ich dreh mich trotzdem nochmal um. Daran werde ich mich wohl gewöhnen. Gestern abend war es um halb elf immer noch ein bißchen hell und das ist erst Dänemark!

In den Dünen gibts dann meinen ersten Kaffee und wirklich um acht bin ich gestriegelt und geniegelt und es kann los gehen. Nach Frederikshavn sinds nur noch 40 km. Also schaue ich mir erstmal ein bißchen Solbaeck an. Um neun sind dort auch noch alle Läden zu. Nur am Hafen tummeln sich ein paar Angler. Ich schlendere von hier nach da, erstehe ein paar dänische Kronen und ein bißchen Wasser zu trinken.

P1020557 P1020558Meine Fähre geht erst um 12, aber ich bin schon um halb elf da – reihe mich brav auf Line 5 hinter ein paar anderen Brumms ein. Dann mache ich meinen Kühlschrank sauber. Meine Milchtüte hatte ein Leck. Vor mir steht ein Päarchen, die das erste Mal Womourlaub machen.“Ihr Womo sieht ja ganz schön bunt aus, man sieht, sie sind viel rumgekommen,“ so fängt er das Gespräch an. Wir erzählen und ich kann ihm ein paar Tipps geben und ich erfahre, daß die dänischen Campingplätze teilweise sehr teuer sind und in den Touriorten auch nicht unbedingt freundlich. Naja, das ist ja wohl überall so.
Irgendwann ist es so weit. Unsere „Line 5“ ist die letzte, die aufs Schiff darf. Mit meinem Rucksack marschiere ich ganz nach oben aufs Deck und finde einen „Sitzplatz“ neben ein paar Girlies. Ganz passabel kann ich da die drei Stunden vor mich hindösen, dumm schauen und fotografieren. Die Sonne brennt heiss herunter und es weht nur ein laues Lüfftchen. Bilderbuchwetter für eine Fährenfahrt.

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Dank meines schlauen Womobuches weiß mein Navi schon wo ich hin will und dirigiert mich brav aus Göteborg hinaus. Und nach zweimal rechts, fünfmal links und zwischendurch geradeaus lande ich auf einer großen breiten Gravelroad in einem Naturschutzgebiet. Wald, lichte Birken, Steine, gelbe Moose, blauer Himmel, Vogelgezwitscher und vor allem ein paar Kleinere und ein großer See.
Der Große lädt zum Schwimmen ein und Haare waschen kann ich auch noch. Ich trockne in Sonne und Wind. Irgendwann wirds zu kühl und ich fahre zum Schlafen zu dem kleinen See. Mein Womo hat dort eine richtig kleine Nische und steht nicht fast auf der Straße, die zwar nur ein Nebenweg ist, aber doch von zwei, drei Autos benützt wird.
Am kleinen See ist es fast windstill und ich genehmige mir meinen Abendvino und fange mein Geschreibsel an.
Internetempfang habe ich hier in der Wildnis keinen. Daran werde ich mich gewöhnen, dass ich öffters mal „ohne“ bin.
Ja, ich bin wieder in meiner Natur gelandet. Ein bißchen Wildnis um mich herum läßt mein Herz jubeln.

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GPS: Kleiner See N 57° 59′ 19.8“ E 12°0’59.3“
Großer See N58° 00’22.3“ E 11° 59′ 00.4“

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