Gesunde Zistrosen für Corona

oder wandern bei Ingrina in Sonne und Wind

15.-16.3.

Die Nachrichten schwappen weiter herein und gut daß ich meine Kopfhörer habe, denn sonst wäre mein Ohr schon ganz heiß. Wir fragen uns alle, ob wir ok sind und wie wir mit der veränderten Situation umgehen.
Ich habe mal wieder saumässig Glück gehabt. Früh genug aus Marokko herausgefahren zu sein und problemlos nach Portugal hinein fahren zu können. Zwei Tage später sind die Grenzen zu und ich hätte nicht mehr in die verkehrte Richtung rollen können. Portugal im Frühling habe ich noch nie erlebt und es ist herrlich!

 

 

 

 

Von meinem Taviraplatz fahre ich nach Ingrina. Es ist zwar ein bißerl windig, aber ich stehe abseits vom großen Pulk der Surfer. Ein eigenes Völkchen. Viel Zeit verbringe ich am Telefon. Höre so unterschiedliche Stimmen: „du mußt aber jetzt sofort zurückkommen“, ist eine, „das machst du aber gut“, sind viele andere.
In diesen Corona-Zeiten, in denen wir tiefste Individualität leben und gleichzeitig die Vernetzung übers Internet mit anderen erfahren, finde ich spannend und schön. Es dauert, bis ich alle wichtigen Menschleins erreicht habe.

 

 

 

 

Angst ist noch ein vorherrschendes Thema und der Umgang mit den von außen gesetzten Grenzen. Natürlich habe ich gut reden in meiner kleinen Luxusvilla, die da gerade am Strand steht. Trotzdem, auch ich muß alles erstmal loslassen, was ich mir so vorgenommen hatte, meine Pläne, wahrscheinlich auch Australien. Und was mich am meisten verwundert ist, wie einfach das geht. Es war diese Entscheidung nach Portugal zu fahren, nicht wissend wann ich zurückkomme. Es gibt mir ein ganz neues Gefühl von Freiheit. Ich überlasse mich einfach dem Fluss, wo immer er mich hinführt. Es wird Veränderung geben, viel Veränderung, vielleicht auch schmerzhafte mit finanziellen Einbußen, aufgeben von lieb gewordenen Gewohnheiten und Bequemlichkeiten.

 

 

 

 

Ich für mich sehe es als eine so große Chance dazu zu lernen und fühle, dass ich die Weichen, die ich in den letzten Jahren gestellt habe, gut gestellt habe. Und so wandere ich durch duftend blühenden Zistrosen hinauf auf den Berg, schau hinunter zum blauen Meer und lass meine Gedanken wandern. Windgeschützt sitze ich hinter einem Busch, (da saß ich schon öfters) lass mich von der Sonne warm anscheinen.
Dann geht es zurück und ich fange an das Cockpit vom Saharastaub zu befreien, bis dann so langsam der Abend eingeläutet wird und ich über Internet Tagesschau und Co. sehen kann, jedenfalls teilweise. NOS funktioniert hier in der Ecke nicht so gut.

Ich bin so gut aufgehoben hier in Portugal und kann meine Freude, draußen in der Natur zu sein voll leben und dafür bin ich einfach nur dankbar.

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