Bardenas Reales de Navarra

oder über Tudela zurück in die Wüstenlandschaft

23.3.

Ich spiele, ich spiele ausführlichst Nomade, bevor ich mich nun endgültig auf den Weg Richtung Zivilisation mache. Das Wetter lädt zum Strawanzen ein, heiße Sonne pur und wenig Wind.

 

 

 

 

 

In meiner Phantasie reite ich auf kleinen Himalaya Pferdchen durch die endlosen Weiten des tibetischen Hochlands. Ich suche nach guten Lagerplätzen für die Herde, eine Herde aus wildschnaufenden Yaks, mit ihrem Zottelfell und ihrem gutmütigen Charakter. Da muß es Wasser geben und da muß ein wenig Gras wachsen.  Die Yaks sind genügsam, genau wie ich. Mir reicht mein kleines Überdach, ein Feuerchen, ein bißchen Butter und Gerstenmehl. Und jedes Mal freue ich mich so sehr, wenn ich einen guten Platz gefunden habe. Es ist weite Stille um mich herum, nur ein paar Vögel und das Wiehern der Pferde. Da bin ich zuhause. In der Ferne schneebedeckte Gipfel und ein Tal mit rotbraunen Felswänden, an dessen Ende man ein Dorf sieht, einfache Häuser an die Felsen geklebt.

 

 

 

 

Das sehe ich vor meinem inneren Auge und mein äußeres Auge sieht auch wieder diese Weite, diesmal ockergelbe Landschaft. Und da ich nicht ganz so genügsam bin, wie in der Phantasie muß ich noch einkaufen, denn vorher war ich mal zu faul. Es gestaltet sich nicht so einfach. Es ist Samstag und in diesen kleinen Dörfern sind alle Läden schon zu.

 

Also zurück nach Tudela und dann weiter Richtung Stausee Embalse da Sotonera. Der Weg dahin führt zurück in die Wüstenlandschaft in die Nähe von Bardenas Reales, diesmal der Teil von Narrava östlich vom Militärgebiet.

Mein Pferdchen, sprich Brummeli, biegt einfach irgendwo auf eine schöne Piste ab. Mal sehen wo es hin geht. Und ich finde wieder einen Platz bei einem alten verlassenen Haus. Viel zu schön sind diese schrundigen Steine und Felsen, in denen ich noch ein bißchen herumlaufe und mich entschließe zu bleiben.

 

 

 

 

Bevor ich aber richtig seßhaft werde, erforsche ich noch die weitere Gegend und fahre weit hinauf auf den Berg und folge meiner Neugier. Auch wenn ich es doch schon ein bißchen gewöhnt bin, jedesmal bin ich fasziniert und erfüllt von der Weite der Landschaft. Es ist so ein tiefes Glücksgefühl!. Kein Wunder bei diesen Phantasien.

Und so lasse ich den Mond  hell zu mir herein scheinen, die Sterne schimmern und kein anderes Licht begleitet mich in den Schlaf.

Dabei genieße ich den puren Luxus meines Brummelis. Es kann kühl werden in der Nacht und ich habe es gemütlich warm, ein Kuschelbett und mein Feuerchen für den ersten Morgenkaffee ist einfach per Knopfdruck auf den Gasschalter entfacht. Das ist Weiterentwicklung… moderne Nomaden, zivilisierte Nomaden.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.