Auf Peer Gynts Pfaden Richtung Trondheim

oder in die Hochebene von Gudbrandsdalen

 

IMG_7571 IMG_7573Wieder ein strahlend blauer Himmel, heisse Sonne und ein kleines Lüftchen, dass vom Wasser herweht. Mei habe ich Glück mit dem Wetter. Herrlich!!!

 

Ich sitze noch gemütlich bei meinem Kaffee und schreibe, als sich Peter und Birgit verabschieden. Sie müssen Richtung Heimat und ihr Womo wieder abgeben. Oh, wie traurig. Ob sie wohl auch der Womo-Virus gepackt hat? Das zeigt sich spätestens dann, wenn sie es abgeben müssen. Fritz und mir ist es so gegangen. Wir waren soooooooo traurig und drei Monate später hatten wir unser erstes Eigenes! Und dieser Womo-Virus ist resistent gegen alles, auch gegen schöne blühende Seerosen im Teich daheim und einem herrlichen Garten, der jetzt in der Sonne bruzzelt.. Es ist ein unheilbarer Virus – ich kann nix dafür…. hahaha.
Brummeli muß noch zwei Tage etwas intensiver schnurren, damit ich an den Ausgangspunkt meiner Wildnistour komme – Trondheim. Er kriegt sein Lieblingsfutter, daß hier oben seinen stolzen Preis hat von ungefähr 1,60.

 

IMG_7580Mein erster Halt ist Frederistad wo ich Geld wechsele. Auf der Landstraße gehts weiter Richtung Moss. Hier in dieser Gegend – ich glaube, es war in der Nähe von Ski habe ich 1972 einmal drei Wochen auf einer Blumenkohlfarm gearbeitet. Morgens um fünf gings aufs Feld um 7 oder 8 gabs Frühstück mit Kefir, frischen Früchten und diesen braunen schrecklichen Käse, der nach Kondensmilch schmeckte. Wir waren zu dritt bei diesen Bauern quasi als Erntehelfer und hatten einen ruralten Schwedenofen im Zimmer stehen. Oslo haben wir uns angeschaut. Der Park mit den Skulpturen und das Boot von Thor Heyerdahl haben mich am meisten fasziniert.
So brause ich heute an Oslo vorbei durch die grünen Berge, vorbei an großen Seen, die eigentlich Fjorde sind und biege erst hinter Lillehammer von der E 6 ab.

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Eine kleine Privatstraße (Peer Gynts Veien), führt hinauf ins Hochland. Erst muß ich noch meinen Obulus entrichten, bevor sich die Schranke öffnet. Heutzutage geht alles mit Karte, nur mit Karte. Eine schöne breite Gravelroad, oder auch Erdstraße genannt, führt gemählich an Seen, verlotterten Fichten und niedrigem Buschwerk vorbei. An einem kleinen See ist mein Platz reserviert. Ich packe meinen Rucksack und wandere ein Stück den Weg weiter – er führt hinauf in die grün-gelb bemoosten Berge mit irgendwelchen niedrigen Gewächsen, vorbei an Hochmooren und winzigen Seen. In der Ferne sieht man die verschneiten hohen Berge. Schneereste sind auch bei mir in fast greifbarer Nähe.

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Mittlerweile ist es schon abends. Um acht Uhr fühlt es sich wie nachmittags um vier an und um halb elf, wie abends um 8. Die Sonne ist gerade hinter einem Berg verschwunden und jetzt beginnt sich der Himmel wunderbar zu verfärben. Von Dämmerung keine Spur.
Meinen Schlafrythmus muß ich noch finden und an die Mücken werde ich mich gewöhnen. Ich höre sie nie, sondern spüre nur irgendwann mal uppps… da juckts ja und sie lieben meinen Haaransatz am Kopf und am Brillenrand und jetzt haben sie auch den Weg zu meinem Rücken gefunden, diese Biester. Es ist erträglich, außerdem habe ich meine Antikratzsalbe.

IMG_7603 Dieses Foto habe ich um 22.45 gemacht. Es ist schon verrückt, ein Jetlag der besonderen Art.

GPS: N 61° 24′ 46.1“ E 9° 57′ 1,7“

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