Auf kleiner Straße nach Chebeika

oder dem Flußlauf Chebeika entlang

18.1.

Ja, was ist denn das? Das bin ich ja gar nicht mehr gewöhnt. Das Morgenleuchten verschwindet hinter einer grauen Wolkendecke und ich mach das Fenster zu. Es ist frischer als sonst. Das heftige Regenband, das über Spanien zieht, erwischt uns auch ein bißchen. Wetterfrosch sagt sogar ein paar Regentropfen an. Das werde ich dann bei meiner Routenplanung berücksichtigen und keine Lehmpiste fahren, die bei Nässe wie Schmierseife ist.

Gestern wie gewohnt, und wie schnell nimmt man Gewohnheiten für selbstverständlich, kommt die Sonne leuchtend hervorgekrabbelt. Ein kleiner Plausch mit meinen Franzosen-Nachbarn, die ich beim Radeln getroffen hatte. Sie haben richtige Mountainbikes, die für so eine Holperstrecke besser geeignet sind. Bei Hans, diesem Oberlehrer oder Besserwisser trinke ich noch einen Kaffee. Auch er ist im Handy Zeitalter angekommen und das ist wichtiger als Direktes. Oder will er mir nur beweisen, wieviel Leute er kennt und trifft?

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich rolle weiter im Zick-Zack Richtung Tan-Tan. Da gibt es diese Straße zu dem Windpark. Viel Strom wird hier erzeugt, das zeigen die großen Starkstromleitungen. Daneben gibt es eine kleine Schlucht und wenn Wasser da ist, einen kleinen Wasserfall. Ein schöner Frühstücksplatz. Die Straße ist jetzt durchgehend asphaltiert bis zur R 101. 30km weiter biege ich auf eine Piste Richtung dieser kuppelförmigen Lehmhäuser ab.

Ein altes Dorf, oder versteinerte Tipis. War das hier ein Schritt vom Nomadenleben ins Sesshafte. Die kleinen Hüttchen, fast wie Zelte muten an wie Bienstöcke und die Form hat sicherlich etwas mit der Temperaturregelung zu tun. Innen ein Raum mit Feuerstelle und Liegeplatz. Aus einem durchlöcherten Stück Plastik wird das Fenster gebaut. Sie stehen eng zusammen in einem großen Viereck, fast auch wie ein Zaun. In der Mitte Platz für die Kamele, Ziegen und Esel. Kinder spielten im Sand. Männerpalaver und Frauen, die sich um das Essen kümmerten. Die Rollen waren noch streng verteilt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas weiter sehe ich weit in der Ferne ein wirkliches großes Nomadenlager mit weißen Zelten, eng an eng. Sie haben mittlerweile alte Jeeps mit denen sie durch die Wüste fahren, Tiere einsammeln und zum Verkauf zum Markt bringen. Ein karges Leben, geprägt von der Gemeinschaft der Gruppe.

 

Unsere weißen Womos sind ja fast auch wie ein Nomadenlager, wenn sie eng an eng stehen. Aber oft verbindet uns nur das Gefährt und die Freude im Warmen zu überwintern.
Auf meiner kleinen Straße Richtung Chebeika finde ich sicherlich einen schönen Platz an dem fast trockenen Flußlauf, denke ich mir Drei erforsche ich und beim letzten bleibe ich. Hier gibt es eine gute Piste hinunter auf die andere Seite. Die Brücke ist kaputt oder noch nie gebaut. Die Piste abgebrochen und Schluß. Drei Steine markieren das Ende. Ein kleiner Platz etwas oberhalb mit Blick auf die Tafelberge lädt mich zum Bleiben ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Asphaltstrasse ist so gut wie nicht befahren. Ein italienischer Jeep klappert auf der anderen Seite durch das Flußtal. Sie winken und rollen weiter. Die Ersatzpiste durch das Flußtal zu mir herauf bzw. herunter ist höchst abenteuerlich und nix für mich. In einer Senke schimmert blaues Wasser und Kamele und Esel kommen zum Trinken, genau wie am Brunnen weit vorher.

 

 

 

 

 

Ich genieße noch Sonne und Wärme, es hat 29 Grad. Nach Sonnenuntergang werden dann Zug um Zug fast alle Fenster wieder zugemacht Erstaunlich ist, dass es hier keine Fliegen hat. In der Dunkelheit schreien noch ein paar Viecher. Sie haben meine Gemüsereste und Orangenschalen gefunden. Morgens ist es wieder blitzblank sauber.

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