Ait Benhaddou und Berberbrücke

P1030389oder sechs verschachtetlte Kasbahs in Ait Benhaddou

und zwei auf den Weg nach Skoura

 
12.Januar

 

 

P1030384Ich bin schon früh wach, verabschiede mich von meinen Nachbarn und fahre die paar 100m weiter auf den Parkplatz von Ait Benhaddou.

Ich will noch da sein, bevor alle kommen. Geh mal wieder den kürzesten Weg und der führt über Trittsteine durch den Fluss. Oiii, ich bin doch nicht so gut in Balancieren, aber ich komme trockenen Fußes rüber. Sie haben über die Steine noch Sandsäcke gelegt und trotzdem ….am Rückweg nehme ich die Brücke!

 

 

 
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Irgendwann läßt auch mein kleiner lästiger Führer, der mich nur zu einem Teppichladen bringen will von mir ab und ich kann meinen eigenen Weg durch diese Felsen finden. Es ist beeindruckend. Eine Weberin zeigt mir gegen Bakshis ihre kleine Werkstatt. Wieder geht es viele Stufen hinauf zu herrlichen Aussichten über die Steinwüste, in das Tal und zum Atlas. Ich lasse meinen Blick schweifen.

 

 

P1030432 (2) P1030428 (2) In den engen Gassen haben sich natürlich immer die Händler eingenistet. Und nur aus dem Augenwinkel schaue ich hier und da, denn auf das lästige come-in, looki, looki habe ich keine Lust. Schade, manches würde ich gerne mehr angucken, aber bei diesem Drängen macht es nicht wirklich Spaß. Diese Kasbahs sind schon eigene kleine Dörfer für sich und in dunklen Lehmsteinmauern hausen sie dann – wie bei uns im Mittelalter.

 

P1030472 (2)Ich fahre dann noch weiter zur Kasbah Tamdaght, 4 km das Tal hinauf. Eigentlich will ich durchwandern, aber sie kostet Eintritt. Ich drehe um, weil ich kein Geld dabei habe. Mein selbsternannter Kameltreiberführer beschimpft mich derart, dass ich noch nicht mal Lust habe mit Geld diese Kasbah anzuschauen. Ja, diese Freundlichkeit ist so was von zweckgebunden und kann, wenn es nicht erfüllt wird, schnell in Aggression umschlagen. Ich gebe ihm dann noch 10 Dirham und lerne, daß ich mich Geld und Bonbons freikaufen kann. Schade, dass Land ist spannend, aber die Menschen nicht unbedingt nach meinem Geschmack.

 

P1030492 (2)Über die Straße der Kasbahs … oder wie mein Womoführer schreibt ( die Straße der Kaspers) komme ich bis Skoura. Kurz vorher ist ein Berbermuseum und ein sehr engagierter und kluger Lehrer erklärt mir das Berberleben, die verschiedenen Stämme, ihrer unterschiedlichen Muster auf den Teppichen und Gewändern. Und auch die Verzierungen an den Kasbahs, also letztlich den marokkanischen Burgen, die Sicherheit vor Überfällen boten, vor allem vor den Nomaden, deuten auf den Reichtum. Und Reichtum ist wichtig und wird nach außen gezeigt. Innen ist es dann erstaunlich kahl, leer und dunkel. Die langen Hüte der Gewänder waren nicht nur für den Kopf bestimmt, sondern die Menschen haben darin Waren transportiert.

 

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In Skoura selbst bleibe ich auf dem Camping Amridil, der von einem sehr netten jungen Paar geführt wird.

 

P1030505 (2)Allerdings schickt der mir auch gleich einen Führer für die Kasbah. Es ist manchmal wirklich besser mit Führer zu gehen, weil man dann mehr seine Ruhe vor den anderen hat. Er kann zwar nicht sehr gut englisch, aber das wichtigste verstehe ich. In jeder dieser vier Türme hat eine Frau des Regenten glebt, er hatte nämlich vier Frauen und nur die Hauptfrau hatte den Schlüssel für die Vorratskammer.
Berberkamera ist ein Loch in der Wand, um zu schauen, wer vor dem Tor steht. Berbertelefon ist ein hoher Schacht von unten hinauf, in dem man hinaufrufen konnte, Berbertreppe ist eine windige Leite und Berbertaxi ein Esel.

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Er hat sichtlich Spaß mir alles zu zeigen und auch sein Wunsch, mich anzufassen kann ich gut abwehren. In der Palmeria, ein kleiner gefaßter Fluss, wird alles angebaut, was man zum Leben braucht. Eine Oase!

 

 

P1030550 P1030556 (3)Zum Sonnenuntergang bin ich wieder auf dem Camp und mache es mir innen gemütlich, ein bißerl Heizung an, Blog hochladen und mit dem Wlan vom Platz mein Tablet aktualisieren.

GPS N 31° 03′ 00.9“ W 6° 34′ 36.6“

Comments (6)

  1. Astrid

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    Liebe Safar,
    das Du so bedrängt wirst tut mir sehr leid, da kann einem ja die Lust am Flanieren vergehen.
    Du brauchst einen Hund! Wie viele Reisende berichten, ist es auch mir mit meinen Hunden ergangen.
    Die Zollkontrolle ist beim ersten Bellen beendet 😉 Ein Blick zur Aufbautür, da wird kein Fuß rein gesetzt. Und weil Hunde in vielen Ländern als unrein gelten, halten die Menschen respektvoll Abstand.

    Also vergiss die Kamelle, spare für einen Hund ;-))
    LG von Astrid, Kira und Jule

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      Liebe Astrid,

      ja dein verschneites Märchenschloss kann ich mir gut vorstellen und diese Weite, die du in deinem Garten hast, weiß verzuckert muß traumhaft ausschauen. Schön, daß du ein wenig mitreist und ein Hund …. bislang möchte ich noch keinen, da ich ja auch andere Länder im Kopf habe, in denen die Geschäftigkeit nicht an erster Stelle steht.
      Ich freu mich, wenn wir uns in dem Jahr irgendwann mal sehen und du mir Bilder von deiner tollen Rumänienreise zeigen kannst. Mich zieht es zwar gerade nicht dahin, aber neugierig bin ich schon.
      Ganz liebe Grüße dir von Safar

  2. Antworten

    Salam,

    Ait Benhaddou haben wir auch am frühen Morgen bevor der Rummel losgeht besucht,
    beim Abstieg dann auf dem Rückweg haben wir dann einen Schock bekommen
    über die vielen „authentischen“ Andenken.

    Weiter so !
    die Globetrottel

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      Hallo ihr Globetrottels – Azulij ( ob man das so schreibt, weiß ich nicht, dass ist auf Berbersprache Salam)…

      ja ihr habt total Recht mit dem Füttern der Kinder etc., wenn dann kriegen sie höchstens ein Bonbon in die Hand, nie mehr und ja, es ist schwierig, dass zu handhaben … wann gebe ich was und wann nicht, manchmal will ich sie auch nur einfach loswerden …. es ist furchtbar, aber es ist so und hier funktioniert die Welt nach dem Motto der Stärkere hat Recht und setzt sich durch. Aber wahrscheinlich ist es schon viel, viel besser als wie früher. Sie haben zwar schon mit Steinen gedroht, aber nicht geworfen.

      Ja und was das Nachtleben anbelangt – ich bin überhaupt kein Stadt- und Nachtlebenmensch – deshalb habe ich da meistens keine Lust drauf, auch wenn es vielleicht interessant wäre – das ist aber nicht so meins. Ich bin ein absoluter Naturfreak und in abgelegenen Naturtälern oder Weiten viel besser aufgehoben.

      Und ihr laßt es euch am Atlantik gut gehen – ja der wartet nach der Wüste auf mich.
      Ganz liebe Grüße an euch von Safar

  3. Ully

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    Liebe Safar,
    so schöne Fotos hast du wieder gemacht!
    Ich weiß, du bist momentan nicht nur real, sondern naturgemäß auch mit deiner Aufmerksamkeit weiter weg von unserem Forum…
    …aber magst du dich nicht mit den beiden Rahmen-Fotos Nr….425 und …416 an unserem Foto-Workshop in diesem Monat beteiligen und diese beiden Bilder hochladen?
    Das wäre super!

    Ganz liebe Grüße
    Ully

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      Liebe Ully, ich nehm euch doch alle mit und fühl mich trotz einiger Entfernung dem Forum sehr nah ….

      Alles Liebe dir von Safar

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