Abenteuer Ramet-Schlucht

oder Kraxeln, Hangeln und nasse Schuhe

26.6.

Guten Morgen du liebe Sonne hier am Regenbogenbaumplatz nahe dem Fluß Mierisch. Rotglühend erscheinst du am Horizont und ein neuer Tag winkt mir zu. Ich sitze draußen mit Vogelgezwitscher und stöbere ein bißchen die weitere Route. Was für ein herrlicher Schlenker hier durch das Apuseni-Land und seine „Voralpen“.

Eine liebe Bekannte, die in Rumänien alle verborgenen Winkel kennt und ihres Zeichens eine Berghex ist, hatte mir einen Routenempfehlung geschickt, gespickt mit Abenteuertipps. Und anstatt zurückzufahren klettere ich in Schluchten herum.

 

 

 

 

 

Nahe dem Kloster Ramet führt ein Weg die Schlucht hinauf und vor allem hinein. Ich parke Brummeli viel zu früh und marschiere los. Eine gute Piste führt an den Datschas der Rumänen vorbei, rechts und links vom Fluß.

Weit oben gibt es noch die „Uralthäuser“, die ausschauen wie die trocknenden Heuhaufen. Sie wurden so gebaut, damit Schnee und Regen abrutscht und nicht eindringt. Im Winter müssen diese Täler kalt sein, die Sonne kommt nur kurz über die Berggipfel. Frost und Schnee haben dann Hochkonjunktur.

 

 

 

 

 

Jetzt ist es angenehm kühl. Der Weg führt durch klamme Felsen, rauf und runter, rutschig und dann wieder hinab zum Wasser, das sich zwischen Steinen und Felsbrocken seinen Weg bahnt. Irgendwann ist Schluß mit einfach und die Kletterei beginnt. Eistenstufen und Ketten sind angebracht, an denen man sich entlang hangeln kann. Oder,- man geht einfach durch den Fluß. Vorsicht, denn ab und zu wird es auch tief.

 

 

 

 

 

Es ist Sonntag, es ist Sommer und so sind auch hier viele Rumänen unterwegs, meist jüngere Menschleins. Sie kommen oben vom Berg herunter, einem Steig, der noch schwieriger ist. Mir reicht das hier schon. Fast muß ich einen Spagat machen von Stufe zu Stufe und so lange Beine habe ich auch nicht. Lieber geh ich im Wasser!

 

 

 

 

 

Ich durchquere das Felsentor und es wird noch abenteurlicher. Die Bergwände vom rauschenden Wasser wie Wellen geformt, rücken zusammen. Ich kann nicht abschätzen wie tief das Wasser ist und hangele mich, wie die anderen die Wand entlang. Später beobachte ich eine junge Frau, die bis zur Hüfte im Wasser steht und dann doch wieder zur Wand zurückkehrt.

Zwei Hangeleien und bei der dritten wird gestreikt. Ich bin zwar fast am Ende, trotzdem. Mein Adrenalinspiegel ist doch um einiges angestiegen. Ich gehöre wohl nicht oder nicht mehr zu den richtigen Kletterhexen.

 

 

 

 

 

Trotzdem ist es spannend und schön. Jeder Schritt sorgsam gewählt und die Zeit bleibt stehen. Alle Aufmerksamkeit auf das Jetzt gerichtet. War ich gestern in der Tudraschlucht den anderen weit voraus, lasse ich sie heute alle überholen. Ich bin langsam und abrutschen gilt nicht.

 

 

 

 

 

Es ist schon früher Abend und so suche ich mir ein Platzerl am Fluß. Ein Gewitter in den Bergen und der Regenbogen über Brummeli und seinen Baum. Der Schäfer schaut noch vorbei mit seinen grasenden Schafen, ein großer brauner Hund beäugt mich und trollt von dannen.

 

 

 

 

 

Der Regen hat sich verzogen und die Sonne geht über den grünen Hügeln unter. Spannender Kraxeltag und das nennt sich Rückfahrt.

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