Kristallhöhle und nochmal quer über den Apuseni

oder wo ist ein guter Telefonierplatz…

 

29.8.

Aufwachen in diesem stillen, friedlichen und goldgelben Eichenhain, der auch Kuhwiese ist. Die Sonne steht schon hoch am Himmel. Der Morgen raschelt zwischen den Blättern und flüstert klapp deine Augendeckel auf . Da stehe ich wieder malerisch zwischen den Bäumen, die alle ihre Geschichte erzählen können. Sie heißen mich willkommen. Genauso wie der Hirte gestern abend. Er kennt mich schon und kriegt mein letztes kaltes Getränk. Sein Sohn will nix. Da ich keine Sweeties habe kann ich ihm trotz Fragen seines Vaters nichts geben. 

 

 

 

 

Früh genug komme ich an, um alles für ein gemütliches Telefonat vorzubereiten. Aus immer Dienstags mit Judith ist ab und zu Freitag geworden. Draußen auf dem Stühlchen reformieren wir nicht die Welt, sondern uns selber. Zumindest versuchen wir dies. Tiefschwarze stille Nacht umgibt mich, nur ein Käuzchenschrei.

Was für ein heilsamer Platz. Fast ein bißchen heilig.

 

 

 

 

 

 

 

Und was hatte ich mir gestern ausgedacht: da hatte ich Bilder von einer „tollen“ frei zugänglichen Höhle hinter Rosia (Valea) gesehen. Da will ich hin. Brummeli geparkt, zwei Taschenlampen und gute Schuhe. Ein paar Meter rauf und dann stehe ich vor dem Eingang. Kopfkino sagt, da kann ich tief hineingehen, so lange ich mich traue. Ja, das gute alte Kopfkino. Die Wirklichkeit ist anders. Es sind nur ein paar Meter und dann wirds so niedrig, das ich bäuchlings robben müßte. Schaaade- ! Ja die Fotos können manchmal auch etwas vortäuschen.

 

 

 

 

Aber ich bin nicht weit weg von einer anderen Höhle – der Kristallhöhle. Brummeli schnurrt hinauf. Ein Bus steht schon auf dem Parkplatz. Sonst kein Menschlein. Nur ab fünf Personen machen sie auf. Ich bin aber nur einer. Und kurzentschlossen wird mir der Weg hinunter gezeigt. Gerade ist eine Gruppe drinne und ich kann quasi als Nachkömmling dazu stoßen.

 

 

 

 

Wie freundlich! Erst geht es durch einen langen Stollen. Hier wurde für die Aluminumherstellung Bauxit abgebaut. Und beim Sprengen entdecken sie diese Kristallhöhle, als ein großer Stein herunter fällt. Die Kristalle düften drei Millionen Jahre alt sein und ich bin tief beeindruckt. Ein schmaler Eisensteig führt durch diese schimmernde Welt, die sicherlich nur zum Teil ganz erforscht ist. Eng drücken wir uns vorbei an rosa-weißen Wänden und blicken zu beeindruckenden Gebilden. Man hört sie förmlich fließen diese kristallinen Strukturen, die wie rauschendes Wasser den Fels bedecken. Zarte Gebilde oben an der Decke und kleine Säulen unten am Boden. Die Gruppe ist realtiv groß und so habe ich viel Zeit dem Geraune der schimmernden Essenzen zuzuhören. Immer nur ein paar Menschleins dürfen auf die letzte Plattform mit den Blick ins „Kristallherz“. Es ist sonst zu eng. Das war Glück und am Rückweg bezahle ich dann meinen Eintritt.

 

 

 

 

In meinem Kopf geisterte ja noch immer Padis herum, die Spitze vom Apuseni. War ich da schon mal und vor allem wie ist das mit der Piste herunter? Und wo habe ich einen guten Internetplatz? Es gäbe noch vieles andere Schöne in Rosia Valea zu entdecken, vor allem zu erwandern. Diverse Klettersteige groß und klein und ein langer Talweg. Und irgendwelche versteckten Höhlen gibt es auch noch.

Ein bißchen später im Jahr oder früher, wenn es nicht so heiß ist und nicht das letzte Ferienwochenende.

 

 

 

 

Ich entscheide mich für die Piste Padis, als würdiger Abschied von Rumänien. Denn morgen und das ist heute muß ich den Rückweg antreten. Nochmal bewußt diese Padispiste hinunter, die mit riesigen Löchern und Steinen gepflastert ist. Trotzdem schön, so abseits durch den Wald zu rumpeln. Ja, und ich war schon mal hier. Habe sogar schon mal oben geschlafen, aber alle Wege sind jetzt versperrt. Naturpark und da sollte ich nicht drin bleiben. Rangers mögen das nicht. Viele Autos schlagen den Weg zur Eishöhle ein. Die muß ich bewußt ein andermal besuchen, wenn weniger los ist. Meine beeindruckende Kristallhöhle ist doch so eine würdige Letzte für diesmal.

 

 

 

 

Einkehrschwung zu meinen lieben guten Eichen. Das war nun mein kleines Apuseni-Abenteuer. Und je mehr ich in einer Gegend bin, desto mehr entdecke ich, was es noch zu entdecken gibt. Frei nach dem Motto, je mehr man weiß, desto mehr weiß man, das man nix weiß.

Genug für heute Brummeli schnurr nach Ungarn!