Der schwarze Schnörkelweg bei La Santa

und dunkelschwarze Wolken nicht nur am Himmel sondern auch in der Politik…

7.12.

Ein fettes graues Atlantiktief wabert um die Insel. Die grauen Wolken hängen schwer und in der Nacht prasselt es auf mein Dach. Es ist schwülwarm. Seit Tagen bringt dieser Südwestwind immer wieder neues Grau. Dazwischen scheint die Sonne, wenn der Wind die Wolkendecke zerreisst. Dann wird das Meer wieder blau und die Berge leuchten in ihrer bizarren Schönheit. Nix bleibt für immer, auch nicht so ein doofes Tief.

 

Mit Hilfe von Wetterfröschlein versuche ich zu navigieren – auf die Ost-oder Westseite zum Schlafen? Beim wilden aufschäumenden Meer oder inmitten einer Graslandschaft, die auf schwarzem Kies wächst. Ich entscheide mich für letzteres und komme relativ spät an. Der Wind soll von Westen kommen. Er erwischt mich zwar auch hier, aber mit face to the wind wackelt es nicht. Später in der Nacht kann ich sogar die Fenster wieder aufmachen. Dann prasselt es und  Donner grollt über den Himmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagsüber war es windig und schön. Zeit für meine Radltour bei La Santa. Der schwarze Kiesweg schlängelt sich den Bergrücken entlang weiter bergauf und Wind fegt mir ins Gesicht. Am Ende ein großes Rund mit abgestorbenen Palmen, die fast wie in einem Steinkreis liegen. Zu Fuß geht es weiter. Natürlich verliere ich gleich meinen Weg und stapfe gedachte Pfade zwischen Steinen und Geröll. Es wäre so viel einfacher gewesen, wennn ich den Traileingang gesehen hätte. Irgendwann stoße ich auf den richtigen Pfad, deutlich und klar und wandere bis ich Teneza sehe. Aaah, da waren damals die Menschleins, die von unten aufgestiegen sind. Schön ist es hier oben und die Weitsicht mal wieder nur fantastisch.

 

 

 

 

 

Meine Neugier ist befriedigt und so verabschiede ich mich vom mittleren Nordteil der Insel und rolle hinüber auf die Ostseite zu meinem Schlafplatz bei Quemada. Eine Wanderung in die Vulkanberge steht noch an und einmal den berühmten Strand Papagayo gucken. Dann kann ich weiter ziehen.

Die Nachrichten aus der Welt beschäftigen mich am Abend. Großes Tamtam über die Razzien bei den sog. Reichsbürgern. Man hat gerade noch einen gewaltsamen Umsturz der Regierung verhindert , so der Mainstreamtenor. Reitschuster bringt das Ganze in seinem Artikel: Gewaltsame Umsturzfantasien: Was steckt hinter den Razzien? sehr gut auf den Punkt. Allein mir fehlt der Glaube. „ … wird der Weg bereitet für eine noch striktere Unterdrückung von Andersdenkern …“

Klimakleber dürfen ihr Unwesen treiben und es ist egal, ob durch ihre Aktionen Menschen gefährdet werden oder Privateigentum beschädigt. Sie kleben ja für ein anerkanntes Ziel. Spannend ist, das die entsprechenden Journalisten über diese Razzia schon vorher informiert waren und sich entsprechend in Position bringen konnten. Werden wir mal wieder an der Nase rumgeführt? Wird uns etwas serviert und damit abgelenkt, von dem grausamen Überfall auf zwei Mädchen? Oder von den Enthüllungen auf Twitter? Wollen sie mit der Razzia ein neues Narrativ des Terrorismus schaffen, um weitere gesetztliche Einschränkungen auf den Weg zu bringen?

Ich höre mir einen Vortrag von Dr.Markus Krall an – Die Karthasis ist die Lösung.
Bissig ironisch und auch für Laien gut verständlich erklärt er, wie das Wirtschaftssystem, unser Geldsystem funktioniert und wie es eben einfach nicht mehr so weitergehen kann. Es muß zusammenbrechen! (Und dazu braucht es keine Reichsbürger, sondern nur die galoppierende Inflation, die durch die EZB Maßnahmen immer weiter angeheizt wird)

 

So ungefähr ab der 56.Minute fängt er an über seine Vision einer neuen Regierung zu schwabulieren. Hört selber zu. Es macht gute Laune, zeigt einen Weg hinaus in eine Welt, in der das Leben wieder Spaß macht und nicht von Zwängen und Abgaben kontrolliert wird. Dabei bleibt er so realistisch. Seine Vision ist vorstellbar.

Ewig können wir nicht weiter von Dummköpfen und Habenixen regiert werden.  Wir brauchen keinen gewaltsamen Umsturz, der Richtungswechsel kommt sowieso. Und wahrscheinlich müssen wir wirklich noch durch ein Tal der Tränen gehen. Genug Politik für heute.

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