oder „mein Kamel anbinden“…
9.-11.11
Guten Morgen nach da Draußen … die Sonne scheint, es ist warm, kaum ein Wind, das blaue Meer mein schöner großer Pinienbaum vor mir und einfach nur Ruhe und Stille hier auf meinem kleinen Retreatplatz. Viel gibt es nicht zu erzählen und trotzdem ein kleiner Lagebericht.
Nach der ganzen Aufregung um Portemonaie und Wiederkriegen war es gut einfach nur hier zu sein und auch die Reste von meinem doofen Husten auszukurieren. Eigentlich habe ich fast ziemlich nix getan, außer alle Vorbereitungen für Marokko treffen. Mit Ingwer, Salbei, Thymian und hiesigem Hustensaft, der nach Pinien schmeckt, löste sich der Husten endlich und die nächtlichen Attacken sind weniger geworden. Was habe ich mir die Seele aus dem Leib gehustet. Auf dem Stellplatz in Vila de Bispo war es mir ja fast schon peinlich. Hier draußen habe ich keinen gestört nur meinen eigenen Schlaf.
Das alles mit dem Portemonaie so gut ausgegangen ist grenzt für mich nach wie vor an ein kleines Wunder. Was lerne ich denn daraus, frage ich mich? Und als Antwort kommt, langsamer tun!!! Nicht schnell, schnell sondern Schritt für Schritt im Alltag die Dinge richtig verstauen, an die richtige Stelle legen und nicht so überkandidelt denken, ich verliere ja sowieso nix. Also wird auch Brummelis Zweitschlüssel so verstaut, das ich mit einem Extraschlüsssel drankomme, sollte ich meinen verlieren.
Es gibt eine Sufi-Geschichte, die lautet ungefähr so:
Einst kam ein Beduine zum Propheten und lauschte sehr, sehr andächtig den Worten und war erfüllt vom Glauben an Allah. Sein Kamel hatte er unangebunden zurückgelassen. Als er zurückkam war das Kamel verschwunden. Laut schreiend beklagte sich beim Propheten. Der fragte nur ruhig:“ Warum bindest du dein Kamel nicht fest?“ “ Ich vertraue auf Allah, so wie du es uns erzählst,“ antwortete der Beduine. Daraufhin der Prophet: Binde erst dein Kamel fest und dann vertrau auf Allah!“
Erst wenn wir selber unsere „Hausaufgaben“ erledigen mischt sich das Schicksal, Leben, oder wie immer man es nennt ein. Also „binde ich mein Kamel an“ in Form vom Zweitschlüssel-Zugang, in Form das meine Papiere nicht mehr im Alltagsgeldbeutel sind, das meine Zweitkarte einen guten Platz bekommt und ich vor allem beim Absperren, Bezahlen und Schlüssel verstauen sorgsam und nicht fahrig bin. Ich bin ja lernfähig, hoffe ich zumindest.
Vorbereitungen für Marokko stehen noch auf der to-do Liste und das heißt: Wäsche waschen, auch meine Polsterbezüge, Brummeli waschen, tanken, Gas tanken, Vorbereitungen für die marokkanische Gasflasche treffen. Die findet nämlich wieder ihren Platz im Kleiderschrank. Bevor ich sie dann in Betrieb nehme werden die Verschraubungen sorgsam mit Seifenschaum überprüft. Bei Holafly besorge ich mir eine marokkanische E-sim, so daß ich gleich bei Ankunft Internet habe. In der Türkei hat das gut funktioniert. Natürlich kaufe ich mir dann noch eine handische Karte, so daß ich Marokk Telekom und Inwi als Anbieter habe. Damit bin ich auch im Osten gut gerüstet.
Den Rest der Zeit verbummele ich, sitze draußen in der warmen Sonne lutsche Halsbonbons und merke das die Lebensgeisterchen langsam wiederkommen. Geht doch mit Ruhe und Gemütlichkeit.
Also auf gen Westen Richtung Fähre, aber ich laß mir Zeit.