Saint-Jean-Pied de Port

oder der Weg der Hoffnung, des Wünschens, Loslassens und Findens


3.10.


Oberhalb von einem türkisblauen See, die Sonne ist gerade über die Berge gekommen und in der Ferne krächzt Krähe. Wieder blauer Himmel an diesem kühlen Morgen. Ich stehe sprichwörtlich in der Pampas, weit und breit nix. Es ist ganz still um mich herum, selbst die Vögel warten noch mit ihrem Morgengezwitscher. Und so lasse ich mir Zeit. Spür den Träumen nach und fühl dem Leben hinterher. Es sind so kostbare Momente hier draußen im Irgendwo.

 

 

 

 

 

Schon immer mal wollte ich mir Saint-Jean-Pied-de-Port anschauen. Immer bin ich vorbei, weil es zu kalt war. Heute ist es anders. Brummeli findet neben der Stadtmauer einen Platz und ich wandere durch die Gassen. Pilgershops bieten Schuhe, Regencapes, Muscheln und Stöcke an. Alles was ein Pilgerherz begehrt. Dazwischen viel Klimbim und Wein auf dieser Futtermeile. Tapas, Pizza, Eis und Snacks auch hier wird der Pilger fündig. Ich lass mich durch die Gassen treiben und steige auf zur Citadelle der Burganlage. Herrlicher Weitblick auf die Berge, die vom Pilger erklommen werden müssen. Einmal um die Burg so weit wie möglich und die steilen Stufen wieder hinab zum Fluß. Hier beginnt der Weg nach Santiago de Compostella.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was haben die Menschleins wohl so in ihren Rucksack gepackt, welche Sorgen und Nöte, welche Hoffungen und Wünsche. Vielleicht ist das ganze Leben ja so eine Art Pilgerreise: wir brechen auf und Leben entfaltet sich auf dem Weg, manches lassen wir zurück, anderes kommt dazu. Die Form unserer Wünsche, unserer Sehnsüchte unserer Vorstellungen verändert sich. Wann kommen wir an den Punkt, die Vorstellung an sich loszulassen und sich dem Leben in Gänze anzuvertrauen. Nicht mehr selber machen, sondern passieren lassen. So viel einfacher gesagt, als getan. Das Ego an die Seite stellen, dem Ich-will nicht mehr den Vorrang geben. Es fühlt sich an wie eine Zwiebelschale, die Stück für Stück ablättert.
Morgengeblubber!

 

 

 

 

 

Hinterhalb von Pamplona gibt es diesen See bei Yesa, den ich anpeile. Die alte verlassene Burg Esco thront oberhalb. Verlassene Dörfer. Es ist aber schon zu spät für eine Erforschung. Mein Platz will ja erst noch gefunden werden.

 

 

Noch kurz zum See hinunter geschaut und mit meinem „Postillion“ telefoniert. Jippiii nun klappt es, das die Post in die Schweiz kommt. Ein toller Platz hier!