oder schlafen hinter Korinth und Rumzuckeln bis Piräus
2.-3.4.
Da sitze ich im herrlichen Sonnenschein nahe der Fähre nach Salamina, der großen Insel in der Bucht von Athen. Weiter hinten sehe ich schon Piräus blinken. Ich koche mir schon mal mein Abendessen und bereite meinen Rucksack für die Fährfahrt vor. Viel brauche ich ja nicht, weil ich den Luxus der Kabine habe. Dann lese ich „aus Versehen“ die Bewertungen der Fähre,- hmmm grottenschlecht, was Service und Sauberkeit und Geschmack betrifft. Wie gut,- ich bin mit all dem relativ schmerzbefreit und habe meinen Rückzugsort.
Das Wasser neben mir am klaren Kieselstrand gluckert vor sich hin. Was kümmern mich schon Bewertungen, gluckst es. In der Bucht die Netze der Muschelfischer. Ein Tanker zieht vorbei aufs Offene und vor mir rumpelt die Fähre. Macht nix, ich kann mich schon mal an Brummen und Knattern gewöhnen. Vorher erforsche ich noch ein wenig diese Halbinsel Toixoc. Sie ist fest in Fischers – und Ölhand. So wie dieser ganze Küstenabschnitt von Korinth nach Athen. Eine Raffinerie jagt die nächste. Dementsprechend riecht es. An der kleinen Straße 8 sind viele der Halte-und Fotografiermöglichkeiten mit Leitplanken abgesperrt. Vielleicht ist die Küste zu brüchig, aber so ganz wirklich schön ist es auch nicht. Dicht besiedelt und so nah an Athen ist es auch nicht mehr lauschig.
Ganz am Ende dieser kleinen Halbinsel ein Kirchlein und am anderen dösen die Tavernen vor sich hin. Langsam beginnt ihre Rem-Phase und sie träumen vielleicht schon von griechischem Wein und Klängen, von plappernden Menschleins und Fischern, die stolz ihre großen Prachtexemplare präsentieren. Jetzt ist es still, nur weiter vorne an einer Ecke ein Fischer. Verständigung ist schwierig und er bleibt etwas sehr lange am Brummeli stehen. Zum Schreiben und Kochen nicht so gut. Also die vier Kilometer weiter bis zum Fährplatz. Aus meiner Kombüse duftet es nach Reis und Veggies und es ist herrlich warm.
Die Fahrt gestern von Astros über Korinth hinter Loutraki ans Ende der Welt war ohne Befund, keine Besonderheiten, keine Auffälligkeiten. Das Wetter nach wie vor bewölkt und ein paar Regentropfen. Ich kenne den Platz hier und weiß auch um meinen Ausweichplatz. Der Schönere ist belegt, aber nicht nur ich haben beim zweiten schon mal ein paar Büsche gestutzt. Brummeli paßt so gerade um die Ecke. Ein wunderbar stiller Platz.
Weiter vorne, wo der Weg zum Leuchtturm beginnt und das alte römische Bad von unten heraufscheint, steht auch schon einer. Innerlich stelle ich mich darauf ein, das auch auf Kreta diverse Menschleins das Frühjahr feiern wollen. Wie gut, dass ich mit Brummeli doch eher Abseitsplätze finden kann und auf ein paar Kratzer mehr oder weniger kommt es auch nicht mehr an.
Kreta, jetzt bin ich wirklich auf dem Weg zu dir – zeig dich bitte von deiner schönsten Seite. Und du lieber Wettergott, Poseidon oder wie immer du heißt, ich habe doch jetzt meinen Tribut an dich ausgiebigst bezahlt in Form von Schlechtwetter-aushalten und nicht zuviel schimpfen. Ich bin neugierig und freu mich auf Neuland!
Sonne, schein was das Zeugs hält, Wind halte dich in Grenzen oder komm immer von der anderen Seite auf der ich gerade bin und Wolken verzieht euch nach Irgendwo!