oder ankommen und erste Eindrücke…
4.4.
Jippiiii, da stehe ich auf einem grünen, steinigen Wiesenstück oberhalb des Rumpelweges zur kleinen Kapelle Agios Konstantinos hinter Milatos. Die Sonne kraxelt gerade den steilen Hang empor über Felsen und Steine, aber gleich ist sie da und blinzelt auf meinen Rücken. Vor mir ein blaues Meer mit ganz wenig Wellen, gen Norden ein paar weißen Wolken und über mir strahlend blauer Himmel! Ja, die Sonne und die Wärme haben mich wieder. Und Brummeli-schlafen ist halt doch viel, viel erholsamer als Fähr-Brummen. Nun bin ich da!
Erst um 10Uhr abends legen wir von Piräus ab, das hell beleuchtet in der Dunkelheit schimmert. Es waren so viele Trucks an Bord, allerdings nur deren Anhänger, die alle von rollenden Führerhäuschen abgeholt werden. So dauert das Entladen Stunden, genauso wie das Beladen. Und der Hafen von Piräus hat nicht genügend Platz für Wartezonen. Zwei Reihen dem Kaiufer entlang für die Trucks. PKW haben einen kleinen zweireihigen Platz und wir Womos müssen auf den offiziellen Parkplatz gegenüber der Fähre warten. Ich bin natürlich viel zu früh. Meine Abfahrtzeit hieß ja schon 21 Uhr. Und übrigens, wer nicht online eincheckt, der muß zum Anek-Büro. Blue Ferry suche ich nämlich bei meinem Abfahrsterminal E3 vergeblich. Und ich habe Zeit genug meine Bildeinstellung unbemerkt zu verändern, grins, grins!
Also dem bunten Treiben zuschauen, während die „nur Passagiere“ mit ihren Rollkoffern schon von oben herunter schauen. Wie gut dass ich eine Kabine habe, denn das Gedudel,die Fernsehbildschirme überall, das Geplapper und Geratsche bilden so eine ganz eigene Kulisse und draußen weht schon ein kühler Abendwind. Die ersten „Couche“ sind längst mit Rucksäcken belegt und in ruhigen Ecken lagern Großfamilien.
Die Kabine ist gut, ein großes Bett, ein Fenster, ein Tisch, ein Stuhl und eine Dusche. Und,- das Fährbrummen ist ziemlich gedämmt. Schlafen geht ohne Ohropax. Ich schlafe zwar nicht tief und wache immer wieder auf, aber ich schlafe, während wir gleichmäßig übers Meer shippern. Vorher nütze ich aber noch die schöne heiße Dusche. So komme ich frisch gewaschen auf Kreta an und gegen halb acht rollt Brummeli aus der Fähre. Wir waren drei Womos, ein Rumäne mit vielen Surfbrettern, ein Österrreicher und ich. Im Morgengrauen begrüße ich die Lichter von Kreta mit einem frischen Cappuccino von der Reeling aus. Die weißen Berge blinken und das Morgengrau verwandelt sich schnell in Blau. Angekommen!
Einfach mal gen Nordostspitze Richtung Milatos hatte ich mir ausgedacht. Auf kleiner Straße schon durch engere Dörfer. Erste Kretaimpression – ein altes Schiff, Tavernen, ein Sandstrand, der Steinturm einer ehemaligen Mühle und eine zerlodderte Piratenhüte, die nur zu Fuß erreichbar ist. Brummeli wartet geduldig am Strand, während ich die Hütte suche. Ein großes Ausgrabungsgelände, das sich bis nach vorne zur Straße hinzieht. Fischer wissen ihre Schleichwege zum Ufer. Denn einer von ihnen sucht sein Glück nahe der alten Hütte. Wenn ich hier schon einen Platz bräuchte, müßte man kleine rote Trampelpfade ausprobieren, um den richtigen zu finden.
Ich will aber noch ein bißchen weiter bis zur Kapelle, die ich in der Ferne sehe. Dort gibt es hinterhalb eine kleine Höhle. Ein paar Kraxelschritte rauf und dann öffnet sich ein großer tiefer Felsunterstand, in dem man Schutz suchen konnte. Viele Steinmandels zieren das Innere.
Ich stelle Brummeli unterhalb der Kapelle auf einen kleinen „Wiesengrund“ und Stühlchen in die Sonne. Großes wird heute nicht mehr angefangen, dazu bin ich doch ein bißchen müde. Die Sonne geht hinter ein paar Wolken unter und ich krabbel wieder in mein Brummeli-Nest und schlafe tief und fest.